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E. H. Troinski
1001 weltpolitische Horoskope

Kommentar(e):

Dr. Rüdiger Plantiko:
Keine 50 Jahre ist es her, daß der Erfinder (oder Entdecker?) der Tertiärdirektionen mit seinen doppelt und dreifach unterstrichenen, am Seitenrand angekreuzten, angeschlängelten und angestrichenen, dazu noch g e s p e r r t e n, fettgedruckten  sowie g e s p e r r t e n   u n d   f e t t g e d r u c k  t e n Texten vor den künftigen Schrecknisse warnte, die die Menschheit zu erwarten habe.

Ein Fehler war es dabei, daß er sich übermäßig auf das Jahr 1959 konzentrierte, das "Weltschicksalsjahr", wie eines seiner Bücher titelt - für dieses Jahr mutmaßte er den Beginn eines Dritten Weltkriegs. Als dieser ausblieb, wurde er allseits zur Zielscheibe billigen Spotts.

Aber von den üblichen Schießbudenfiguren aus der religiösen Szene, die sich normalerweise als Weltkriegspropheten betätigen, hebt sich Troinski doch durch ein höheres Format ab. Seine Schlüsse - und seine Fehlschlüsse - entspringen nicht irgendwelchen höheren Eingebungen, sondern sind Resultate einer jahrzehntelangen, geduldigen und bienenfleißigen Arbeit auf dem Gebiete der Mundanastrologie. Diese Arbeit wird im vorliegenden Buch dokumentiert. Es enthält tatsächlich, wie es der Titel verspricht, die kompletten Horoskopdaten für 1001 Mundanhoroskope, angefangen mit dem Frühjahrshoroskop der Gründung Roms, und endend mit der Großen Konjunktion des Jahres 2080.

Die Masse der untersuchten Horoskope bilden die Quartalshoroskope, die auf den Zeitpunkt des Eintritts der Sonne in die Kardinalzeichen gestellt werden. Troinski verwendet zusätzlich Sonnennebenhoroskope, gestellt auf den Eintritt der Sonne in die Tierkreiszeichen, dazu auch Voll- und Neumonde (Syzygien), Finsternisse, sowie die Quartals- und Nebenhoroskope des Mondes (d.h. die Mondingresse). Große Konjunktionen - überhaupt Konjunktionen - verwendet er kaum (wohl auch, weil sie in den 50er Jahren nicht in der für ein Horoskop nötigen Genauigkeit in der Vergangenheit berechnet werden konnten). Als Ort verwendet er die Hauptstadt des jeweiligen Landes, für das er ein bestimmtes historisches Ereignis untersucht. Entsprechend der üblichen Geschichtsschreibung handelt es sich bei den von ihm untersuchten Ereignissen hauptsächlich um Kriege.

Bei dieser Vielzahl von zu untersuchenden Horoskopen kommt man, wenn man einen Zeitraum von 3000 Jahren betrachten will, auf 540.000 zu erstellende Horoskope. Rechnet man 30 Minuten zur Berechnung eines Horoskops, was für historische Zeiten in der damaligen Zeit normal war, da man Tafeln wie die von Schoch, Ahnert oder Tuckerman verwenden mußte, so hätte Troinski 30 Jahre lang ununterbrochen Horoskope errechnen müssen. Das ist unrealistisch. Also beschränkte er sich auf eine Auswahl von 0,2 % der zu errechnenden Horoskope - auf 1001.

Was sind nun die Lehren, die er aus diesen Horoskopen zieht? Nach seiner Beobachtung sind historische Großereignisse mit besonderen Häuserstellungen der Planeten verknüpft, besonders mit der Stellung von Saturn, Sonne, Mond und Mars in den Eckfeldern und den nach der Tradition "verworfenen" Feldern (6,8,12). Dabei sind ganz bestimmte Kombinationen solcher Häuserstellungen besonders bedeutsam - allen voran die Kombination Saturn in zehn, Mars in zwölf und Sonne in eins.

Ein anderes interessantes Ergebnis sind die von ihm so genannten mundanastrologischen Parallelen - strukturell ähnlich gebaute Horoskope, die aber durch Zeiträume von Jahrhunderten voneinander getrennt sein können; nach seiner Beobachtung haben derartige astrologische Parallelen ihre Entsprechung in inhaltlich aufeinander bezogenen historischen Ereignissen. Folgen in zeitlich kurzem Abstand zwei Mundanhoroskope mit ähnlichen Konstellationen, so spricht Troinski von mundanastrologischen Zwillingen. Das, worauf die Konstellation hinweist, bekommt dadurch ein höheres Gewicht (Beispiel: Neumond 20.3.44 ante, Frühjahrshoroskop 23.3.44 ante haben für Rom beide die von Troinski als besonders stark ermittelte Kombination Sonne in eins, Mars in zwölf und Saturn in zehn. Am 15.3.44 fand mit der Ermordung Caesars ein wichtiger Einschnitt in der römischen Geschichte statt.)

Über jedes Teilergebnis von Troinskis Werk wird man diskutieren können. Aber man spürt beim Lesen die Faszination des Autors von der Astrologie - was auch heute noch motivierend wirkt, sich mit den von ihm aufgeworfenen Fragen näher zu befassen. [RP]


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