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Buchbesprechungen (verschiedene Rezensenten):
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Sharamon, S; Baginski, B.
Kosmobiologische Empfängnisplanung

Kommentar(e):

Dr. Rüdiger Plantiko:
Die Autoren popularisieren hier die Ergebnisse des tschechischen Psychiaters Eugen Jonas, der angeblich aus einem Material von 30.000 Fällen die folgenden Regeln gezogen hat:

  • Die Mondphase zum Zeitpunkt der Empfängnis eines Kindes entspricht der Radixmondphase der Mutter.
  • Das Geschlecht des Kindes ergibt sich aus dem Geschlecht des Tierkreiszeichens, in dem der Mond zum Zeitpunkt der Empfängnis stand.

Diese Regeln können laut Angaben der Autoren zur Empfängnisplanung, zur Planung des Geschlechts des Kindes, aber ausdrücklich auch zur Empfängnisverhütung verwendet werden (was bedeutet, daß die obige Phasenregel mit einer sehr großen Sicherheit zutreffen müßte).

Auf der ersten Seite des Buches erfährt man in großen Lettern, dieses Buch sei allen Frauen gewidmet, die den Wunsch in sich tragen, ihre Liebe und Empfängnis im Einklang mit den natürlichen Rhythmen des Lebens zu gestalten. Schönes, schleimiges Motto, auf das leider viele Frauen hereinfallen werden. Unserer Meinung sollte das Motto dieses Buches schlichter lauten: Mundus vult decipi (die Welt will betrogen werden).

Ein Quentchen ehrlicher ist da schon der Verleger, der wenigstens in ganz kleinen Lettern darauf hinweist, daß der Verlag keine Haftung für Folgen aus dem richtigen oder unrichtigen Gebrauch der dargestellten Berechnungsmethode übernehmen kann - daß er insbesondere auch beim richtigen Gebrauch nicht haften will, sollte zu denken geben. Allerdings ist auch er unehrlich genug, diese irrige Phantasiemethode zu verbreiten und mit ihrer Verbreitung Geld zu verdienen.

In praxi sieht die Verhütung mit der von den Autoren genannten Methode so aus, daß zu den nach Knaus-Ogino verbotenen Tagen weitere verbotene Tage hinzukommen - nämlich vier Tage vor und ein Tag nach der Mondphasenwiederkehr (die vom Eisprung völlig unabhängig ist). Frauen, die diese Methode anwenden, haben daher wenigstens die Sicherheit der Knaus-Ogino-Methode (die allerdings mit einem Pearl-Index von 80% ziemlich unzuverlässig ist).

Jonas hat seine wissenschaftlichen Originalarbeiten angeblich auf Druck der tschechischen kommunistischen Regierung nicht veröffentlichen können, so daß die Originalarbeit nicht überprüft werden kann (1) Aber auch ohne Zugang zu den Originalarbeiten können Jonas' Thesen überprüft werden:

  • Die Mondwinkeltheorie wurde in einer unabhängigen Studie in den USA an 400 Frauen überprüft, die den Zeitpunkt des zur Empfängnis führenden Geschlechtsverkehrs kannten. (2) Diese Zeit stand in keinem Zusammenhang mit den radikalen Mondphasen der Mütter . Auch wenn die biologische Empfängnis bis drei Tage nachher oder noch später erfolgen kann, hätte sich selbstverständlich ein Zusammenhang ergeben müssen, wenn Jonas' Theorie richtig ist.
  • Mit dem gesunden Menschenverstand kann man bereits die zweite Theorie falsifizieren: Zweieiige Zwillinge haben zwar den gleichen Empfängniszeitpunkt, aber in rund 50% aller Fälle verschiedenes Geschlecht. Also kann auch die Geschlechtshypothese nicht stimmen, schon gar nicht mit "98%iger Sicherheit" (was auch immer "98%ige Sicherheit" hier eigentlich heißen mag).

Fazit: Ein Buch für Leute, die dumm sind - und die es gerne sind. [R P]

(1) Mich erinnert das an das sagenhafte "Buch Mormon" des Sektengründers Joseph Smith, das diesem von einem Engel für einige Zeit zwecks Übersetzung ins moderne Englisch überlassen wurde. Als Smith fertig war, nahm der Engel das Original wieder mit, so daß wir die Qualität seiner Übersetzung leider nicht überprüfen können. Bei Jonas haben die bösen Kommunisten die Rolle des Engels übernommen.

(2) Siehe die Diskussion in dem Buch von Eysenck und Nias: Astrologie - Wissenschaft oder Aberglaube?, München 1984, S. 215f.


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