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Abdias Trew
Grundriß der verbesserten Astrologie

Einleitung und herausgegeben von Reinhardt Stiehle.
Übersetzung von Josef Fuchs
Chiron Verlag, Mössingen - ISBN 3-925100-23-7

Kommentare:

Dr. Rüdiger Plantiko:
Die Zeit, in der Abdias Trew (1597-1669) lebte, war nicht mehr die Blütezeit der Astrologie. Das 17. Jahrhundert, geprägt vom dreißigjährigen Krieg, von der Gegenreformation und vom Siegeszug der modernen Naturwissenschaft, brachte einen schnellen Niedergang der Astrologie - daran konnten auch die monumentalen Lehrwerke eines Placidus de Titis (1603-1668) und Morin de Villefranche (1583-1656) nichts ändern.

Kritische Geister begannen, sich um eine Reinigung des astrologischen Lehgebäudes von allem Stern-Aberglauben zu bemühen - allen voran Johannes Kepler (1571-1630), selbst ein Pionier des neuen Weltbildes. Abdias Trew (Aussprache: "Treu"), Mathematikdozent an der Nürnberger Universität, hatte sich Keplers kritischen Zugang zueigen gemacht, ging aber in der astrologischen Forschung durchaus eigene Wege. In seinem "Grundriß der verbesserten Astrologie" faßte er die Früchte seiner langjährigen astrologischen Erfahrungen zusammen.

Daß Trews "Grundriß" nun in handlicher und preisgünstiger Form auf dem Buchmarkt erschienen ist, ist nicht nur für historisch interessierte Leser von Bedeutung: Auch für die astrologische Praxis bietet dieses Buch zahlreiche wertvolle Hinweise. Das Werk wurde 1927 von dem Astrologen Josef Fuchs ins Hochdeutsche übertragen, der den Text noch durch zahlreiche Anmerkungen aus seiner eigenen astrologischen Erfahrung weiter aufgewertet hat.

Das dritte Kapitel "Von den Stärken und Schwächen der Planeten" ist wohl das wichtigste des Buches. Hier stellt Trew, nachdem er die klassische Lehre der planetarischen Würden als unbegründet und "heidnisch" verwirft, ein eigenes Schema vor, mit dem man sich über die relative Stärke der Planeten im Horoskop einen šberblick verschaffen kann. Bestimmte symbolische Stärkegrade der einzelnen Planeten, die er aus Leuchtkraft, Entfernung von der Erde und Geschwindigkeit extrahiert haben will, werden durch die Stellung im individuellen Horoskop modifiziert; die wichtigsten Einflüsse kommen dabei von der Stellung im Häuserkreis (der mundanen Position) und von der Aspektsituation. Weiter spielen die aktuelle Geschwindigkeit, Beziehungen zu Fixsternen oder dem Ort der letzten Finsternis sowie für Mond und innere Planeten die Phase eine Rolle. Man bekommt auf diese Weise eine Rangliste der Planeten im Geburtshoroskop ("wie man in der Apotheke die Bestandteile einer Arznei abwiegt"), was bei der Einschätzung von Transiten, Direktionen usw. hilfreich ist.

Interessant sind auch Trews Ausführungen zur Beziehung zwischen Geburt und Empfängnis. Die von altersher überlieferte Hermeswaage, die die Beziehung dieser beiden Zeitpunkte durch den exakten Austausch der Mond- und Aszendentstellung behauptet, sieht Trew in seiner Er- fahrung nicht bestätigt. Andererseits scheint es ihm, daß oft ein Winkel oder der Mond des Geburtshoroskops das Mondzeichen der Empfängnis sucht. Sicher werden ihm seine 22 (!) Kinder als Anschauungsmaterial gedient haben - ebenso wie beispielsweise seine mit Humor verfaßten pädagogischen Ratschläge für die einzelnen Planetenkinder (S. 137f.). Auch diese Planetenkindschaft ist bei ihm anders als in der Tradition gegeben: Nicht der Herrscher des Aszendentzeichens, sondern der Planet, den der Mond in seinem Lauf zuerst trifft, hat in der Radix die größte Bedeutung (wobei allerdings offenbleibt, ob es auch Mondkinder gibt und ob nicht nur der Planet selbst, sondern auch dessen Aspektstellen von Bedeutung sind).

Ich bin mir sicher, daß dieses Buch auch heute zu Lesern sprechen wird, denen die Revision der Astrologie ein ebenso ernstes Anliegen ist wie damals Abdias Trew. [RP]


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