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Über die Autorin:
Studium und Unterricht romanischer Sprachen. Fortbildung in Tiefenpsychologie, Transaktionsanalyse, NLP und in körperorientierten Therapieverfahren.
Seit 1975 Auseinandersetzung mit Buddhismus und Taoismus sowie mit Yoga, dem I Ging und Tarot.
Seit 1982 Beschäftigung mit Astrologie. Hauptberuflich als Astrologin tätig seit 1987.
Ab 1990 Dozentin und Co-Leiterin der Schule für Transpersonale Astrologie von Michael Roscher.

Publikationen:
"Die 12 Archetypen",
"Lebensmuster",
"Grundmuster der Liebe".
(Im Buchhandel vergriffen, aber noch direkt über die Autorin zu beziehen!)
 

Autor: Brigitte Hamann

Liebe, Erotik und Sicherheit oder
Wie wird aus einem Kreis ein Quadrat?

Zum Thema Partnerschaft im Horoskop


Wenn der Herrscher des 7. Hauses im 2. steht, entspricht das der Konstellation Venus / Venus. Es handelt sich hier um ein Zusammentreffen zweier Venusprinzipien, der Waage-Venus und der Stier-Venus, die sich in ihrem zwischenmenschlichen Kontakt und den daran geknüpften Bedürfnissen elementar unterscheiden. Für das individuelle Horoskop ist es wichtig, welcher Planet diese beiden Häuser miteinander verbindet und welche Aspekte er bildet, das sich daran die genaueren Umstände ablesen lassen, unter denen sich dieses Beziehungsthema äußert.

Wenn Venus/Venus-Geborene auf ihr Leben zurückblicken, stellen sie mit Verwunderung fest, daß sie sich trotz ihrer Sehnsucht nach Stabilität und Sicherheit in einer Beziehung am meisten in Menschen verliebt haben, die ihnen nichts dergleichen gaben. Gründe für den Mangel an Geborgenheit gab es ganz unterschiedliche: Der Partner oder die Partnerin ihrer Wahl war eine bezaubernde, ungewöhnliche Persönlichkeit, leider aber jeglichen Verbindlichkeiten abgeneigt oder unzuverlässig; andere Frauen oder Männer waren immer mit im Spiel und Treue nicht zu erwarten, oder Venus/Venus hoffte vergeblich auf die angekündigte Scheidung, die nie stattfand. Waren sie mit einem Menschen zusammen, dessen Wesen und Lebenssituation ihnen Sicherheit und eine solide Existenz boten, vermißten sie das gewisse Etwas. Irgendwie schienen sich die Dinge in ihrem Liebesleben nicht so recht zusammenfügen zu wollen.

Einige unter ihnen - vor allem diejenigen, die in unsicheren Verhältnissen aufwuchsen oder früh von einem Elternteil verlassen worden waren - entschlossen sich zu einer dauerhaften, festen Beziehung, hörten jedoch nicht auf, von der wunderbaren, aufregenden Geliebten oder dem hinreißenden Liebhaber zu träumen. Anderen gelang das Kunststück, einen Menschen zu finden, der bereit war, den ruhenden Pol in ihrem Leben zu bilden und für materielle Absicherung zu sorgen während sie selbst mehr oder weniger offensichtlich ihren privaten Neigungen nachgingen. Konnten sie ihre Existenzängste weitgehend überwinden, fanden sie sich in einer Verbindung wieder, in der sie selbst fest mit beiden Beinen im Leben standen - und auch stehen mußten - während ihr Partner die Rolle des unverantwortlichen Kindes übernahm oder ganz einfach nicht bereit war, sich für den Aufbau einer soliden Beziehung und Existenz zu interessieren.

Gelegentlich spiegelte auch der andere das eigene Thema: Der oder die Venus/Venus-Geborene fühlte sich offen und bereit zu einer Liebesbeziehung ohne allzu große Rahmenbedingungen und unversehens stellte sich heraus, daß der geliebte Mensch unentschieden zwischen zwei Frauen oder Männern steht, einem, den er begehrenswert findet und einem, der schon seit Jahren für das gemeinsame Auskommen sorgt. Daraus ergab sich eine manchmal jahrelange andauernde Pattsituation, die solange in der Schwebe blieb, wie alle Beteiligten das Spiel mitzumachen bereit waren. Wenn Venus/Venus sich schließlich unter dem Druck der Verhältnisse zum bleiben entschied, blieb zumindest eine vage Unzufriedenheit wach und um diese in Schach zu halten, begann sich der oder die Betreffende in seinem Leben einzurichten, oft ein wenig Bauch anzusetzen, oder ging den umgedrehten Weg und fing an, zahlreichen Aktivitäten oder einem Sportprogramm nachzugehen.

Fiel die Entscheidung zugunsten der neuen Beziehung blieb auch hier der Pferdefuß nicht aus: Wer nicht vom Glück begünstigt - oder durch Erfahrung weise geworden war - besah sich dann sein Sehnsuchtsthema von der anderen Seite. Menschen mit dem Herrscher von Haus 7 in Haus 2 (1) sehen sich immer wieder vor die Wahl gestellt, welcher Venus sie den Vorzug geben oder, anders ausgedrückt, welchen Weg sie in ihren Liebesbeziehungen gehen wollen. Die Waage-Venus (2) bietet ihnen Flirt, Anziehung, Faszination und Begegnungen mit Menschen, die durch ihre Andersartigkeit gleichzeitig eine Ergänzung wie auch eine Herausforderung darstellen. Durch sie beginnt unser Herz zu klopfen, wenn eine bestimmte Person das Zimmer betritt, ihretwegen ist der Trojanische Krieg ausgebrochen. Für diese Seite der Liebe geht es um den Reiz des Fremden, um Verliebtheit und erotische Ausstrahlung, um das Spiel mit anderen Möglichkeiten des Seins, um eine Erweiterung der eigenen Erfahrungswelt. Gefühle orientieren sich hier nur an der augenblicklichen Situation, an der Wahrnehmung des anderen in diesem Moment des Zusammenseins. Liebe hat jedoch viele Gesichter und eines davon kann jenes Gefühl von Zugehörigkeit und Nähe sein, das durch ein langes und intensives Zusammenleben entsteht, bei dem man sich die Freuden, Aufgaben, Pflichten und Leiden des täglichen Lebens teilt. Eine Paarbeziehung im Sinne der Stier-Venus lebt von der existenziellen Geborgenheit, die sich beide geben, von dem Gefühl, nicht allein, sondern aufgehoben zu sein, von der Sicherheit, daß zwei stärker als einer sind wenn es darum geht, dem Leben und seinen Anforderungen entgegenzutreten. Das wohlige Gefühl der Vertrautheit schließt jedoch ein aufregendes Prickeln in den Adern, sehnsüchtige Erwartung und alle Arten von Frühlingsgefühlen aus, die nur dann entstehen können, wenn es noch etwas zu erobern, zu erforschen, zu erfahren gibt. Je sicherer wir uns des anderen sind, desto schneller droht unser Gefühl einzuschlafen. Im besten Fall bietet das 2. Haus eine ruhige Liebe, die sich von Wärme und Respekt und der Bereitschaft, unverbrüchlich zueinander zu stehen, nährt.

In gewisser Weise ist die Gratwanderung zwischen Verliebtheit und Sicherheit, zwischen erotischer Spannung und Verläßlichkeit, zwischen Nähe und Distanz ein menschliches Dilemma, das sich in unserer Kultur besonders problematisch äußert. Um alle Bedürfnisse wirklich zu erfüllen, bräuchte jeder Mann und jede Frau mehrere Partner. Weil wir einen Menschen lieben sind wir bereit, auf bestimmte Dinge zu verzichten, die er uns nicht geben kann und hoffen, daß er es gleichermaßen mit uns tut. Nicht allen Menschen fallen die Wahl und der Verzicht so schwer, da sie ihrem Wesen nach mehr Wert auf Beständigkeit legen und es als einen Reifeprozess betrachten, sich die jugendlichen Träume und Flausen, so sie bestanden, abzugewöhnen. Je mehr wir aber Erfüllung und Selbstverwirklichung in unseren Beziehungen suchen, desto schwieriger kann das traditionelle Beziehungsmodell einzuhalten sein. Der Versuch, andere Wege zu gehen, wurde immer wieder unternommen und besonders in diesen Jahren experimentieren Paare mit neuen Möglichkeiten des Zusammenseins und der Art, wie gemeinsame Kinder aufgezogen werden. Ein für alle zufriedenstellendes Patentrezept wird dabei nicht gefunden werden, denn wenn es um Gefühle geht, wird jeder seinen eigenen , individuellen Lösungsweg finden müssen.

Venus/Venus-Geborene sind in besonderer Weise mit dieser Problematik konfrontiert. Für sie kann es nicht darum gehen, in einer Beziehung ein bißchen etwas von allem zu bekommen, denn auf magische Weise bleibt ihr Thema immer lebendig und sei es nur in ihren stillen Träumen und unausgesprochenen Sehnsüchten, die immer das andere Ende von dem wollen, was sie gerade haben oder denen ein freundliches Mittelmaß so recht nicht genügen will. Wenn sie selbst beschließen, an einem Ort und bei einem Menschen zu bleiben, bei dem nur eine Seite ihres Wesens Erfüllung findet, wartet auf dem Weg zur Arbeit, im Café oder während einer Reise der Mensch, der das Gegenteil zu sein scheint. "Endlich einmal wieder verliebt sein!" seufzt der Venus/Venus-Mensch, wenn er seine Träume einem geregelten Dasein geopfert hat. Doch da er selbst aus zwei nicht vereinbaren Wesensanteilen besteht, wird er sich traurig und verlassen fühlen, wenn er den Stier zugunsten der Waage aufgegeben hat. Da Menschsein nicht unbedingt bedeutet, daß wir, sozusagen als Belohnung für unsere mutige Tat, fürderhin nur noch in paradiesischem Verliebtsein schwelgen, wird Venus/Venus beginnen, die Geburtstagstorte zu vermissen, die die neue Geliebte nicht backen will, oder betrübt feststellen, daß man sich nun selbst um so leidige Dinge wie Steuererklärungen, Geldanlage oder Hausreparaturen kümmern muß, da beim nächsten Mann "zwar alles anders" (3) , aber nicht unbedingt dauerhaft besser ist.

Klug gewordene Venus/Venus-Geborene schaffen sich deshalb irgendwann selbst einen Raum der Geborgenheit, im materiellen Sinn, indem sie unabhängig von einem eventuellen Partner existieren können, im Seelischen, in dem sie lernen, mehr zu sich selbst zu finden und auf sich selbst zu vertrauen. Einige gehen dafür lange Wege der Selbsterfahrung und arbeiten Minderwertigkeitsgefühle, Verlassenheitsängste und überzogene Erwartungen auf. Erst wenn sie spüren, daß sie nicht bei ihrem derzeitigen Ehemann oder ihrer Lebensgefährtin bleiben müssen, weil sie glauben, es allein nicht zu schaffen, können sie den Menschen, mit dem sie zusammen sind, wirklich schätzen. Hinzu kommt, daß sie zwar von anderen, aufregenderen Beziehungen träumen, nichtsdestotrotz jedoch zu heftiger Eifersucht neigen, was die Situation nicht unbedingt leichter macht. Sie sind besitzergreifend und das durchaus auch im positiven Sinn, denn ihr Denken ist auf Bewahren und Hegen ausgerichtet, weshalb sie auch in aller Regel Verantwortung für den Gefährten und die Lebenssituation übernehmen, für die sie sich entschlossen haben.

Viele Venus/Venus-Geborene sind warmherzig und fürsorglich, sorgen sich um die Gesundheit, die richtige Ernährung und Lebensweise des Menschen mit dem sie leben. Mindestens ebenso häufig ist derjenige unter ihnen, der diese Eigenschaften für äußerst wertvoll und unverzichtbar hält, sie aber mehr vom Partner erwartet, als daß er sie selbst bieten könnte. Erst im Laufe des Lebens lernen sie, diese Fürsorglichkeit zurückzugeben. Immer wieder haben sie Partner, von denen sie umsorgt werden, denen es jedoch schwer fällt, über ihre Gefühle zu reden, während Venus/Venus sich genau danach sehnen mag. Ebenso ergeben sich in diesen Beziehungen Probleme durch den unterschiedlichen Zugang zu Erotik und Sexualität. Die Menschen, bei denen sich Venus/Venus sicher und geborgen fühlen wird, neigen eher dazu lieb und anschmiegsam, aber nicht so sexuell oder spielerisch experimentierfreudig zu sein, und umgekehrt fühlen sie sich am meisten von Frauen oder Männern erotisch fasziniert, die wie ein Schmetterling sind, ohne Bedürfnis danach zu bleiben. Da die Betreffenden selbst so stark in ihrem Sicherheitsdenken verwurzelt sind, wünschen sie sich ja gerade, vom anderen ermutigt zu werden, Ungewöhnliches und Originelles zu tun, sich aus der Beziehung, Gruppe oder Familie, zu der sie gehören, herauszulösen, und neue Wege zu gehen. "Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!" sagen sie sich, doch leider steht ihnen entweder ihr eigener Trieb im Weg, der sie in jeder Situation vor den Risiken und Konsequenzen warnt oder sie wählen instinktiv Menschen, deren Natur und Lebenssituation sie daran hindern, das Vertraute zu verlassen. So bleiben in vielen Fällen die bestehenden Umstände zementiert und so mancher Venus/Venus-Geborene mag am Ende seines oder ihres Lebens feststellen, daß diese Lösung nicht die schlechteste war.

Das instinktive Sicherheitsdenken von Venus/Venus versetzt sie in die Lage, sich anzupassen, wenn praktische Überlegungen es sinnvoll erscheinen lassen. Meist denken sie realistisch und haben einen gesunden Selbsterhaltungstrieb. Selbst wenn Uranusverbindungen in ihrem Horoskop eine große Rolle spielen, vergessen sie trotz allem Verlangen nach Extravaganz und einer Außenseiterrolle nicht, bodenständig zu bleiben. Im Gegenzug sind dazu bereit, sich in der Verwirklichung ihrer Wünsche zu mäßigen. Wann immer es geht, verfügen sie über einen ausreichend gefüllten Sparstrumpf und über Menschen in ihrem Umfeld, die ihnen eine Stütze sind. Sie zählen nicht zu den Menschen, die einen Wagen kaufen, der über ihre finanziellen Möglichkeiten geht oder die große Summen im Casino riskieren. Wer dies tut, weckt in ihnen gleichzeitig ein Gefühl von Faszination und Ablehnung, in dem sich jene Ecke ihrer Seele spiegelt, die nur zu gerne einmal nur einem spontanen Einfall und der Lust des Augenblicks nachgeben möchte. Trotzdem bleibt das intensivste Bedürfnis von Venus/Venus-Geborenen das nach einer liebevollen, harmonischen Gemeinschaft, in der jeder bereit ist, auf egoistische Motive zu verzichten. Liebe hat für sie - ob sie sich nun dessen bewußt sind oder nicht - viel mit Zusammengehörigkeit zu tun und ihre tiefsten Bedürfnisse erfüllen sich letztlich nicht im Alleingang sondern in der Verbundenheit mit anderen.

Deutungstechnisches:

Diese Aussagen gelten auch in abgeschwächter Form für folgende Konstellationen: Herrscher von Haus 2 in Haus 7, Venus im 2. Haus; Venus im 7. Haus, Stier am Deszendenten; Herrscher von Haus 7 in Konjunktion / Quadrat / Opposition / Spiegelpunkt zum Herrscher von Haus 2.

Aus astrologischer Sicht finden wir Einzelheiten über das Partnerbild von Venus/Venus-Geborenen mit Hilfe der Qualität des Planeten, der als Herrscher von Haus 7 in Haus 2 steht, sowie über dessen Aspekte und indem wir Konstellationen bilden, die aus einer Verbindung des Planeten selbst mit dem Themenherrscher des 2. Hauses: Jupiter als Herrscher des 7. Hauses im 2. Haus wäre also gleichzeitig als Konstellation Venus/Venus und Venus/Jupiter. In diesem Fall ist das Venus/Jupiter-Kapitel ebenfalls zu lesen in mit den Aussagen des obigen Kapitels in Übereinstimmung zu bringen. Ebenso verfahren wir, falls noch weitere Planeten im 2. Haus stehen.

Die Konstellation unseres Herrschers von Haus 7 sowie seiner Aspekte und eventueller Planeten im 7. Haus sagen gleichzeitig etwas darüber aus, wonach wir uns sehnen wie auch darüber, welche Art von Menschen wir anziehen. Ob wir mit dem, was wir uns wünschen gut oder schlecht zurechtkommen, hängt von den Voraussetzungen ab, die sich vor allem in unserem 1. und 2. Quadranten zeigen und von der Art, wie wir mit diesen Bedingungen umgehen, also von unserem persönlichen Entwicklungsniveau. Beim Herrscher von Haus 7 in Haus 2 ergibt sich die Besonderheit, daß sich das Partnerbild sehr stark von einer "Qual der Wahl" bestimmt ist. Manchmal scheint es, als ob wir immer wieder an Menschen mit bestimmten Eigenschaften geraten, die wir gar nicht wollen. In diesem Fall müssen wir unsere unbewußten Motive, Ängste und Sehnsüchte genau überprüfen, denn dort liegt des Rätsels Lösung.

Horoskopbeispiel Werner

Partnerschaftskonstellationen:
Merkur als Herrscher von Haus 7 in Haus 2 (Venus/Venus)
Merkur Quadrat Saturn und Uranus (Merkur/Saturn/Uranus)
Merkur Spiegelpunkt Pluto (Merkur/Pluto)
Merkur im 2. Haus (Venus/Merkur)

Horoskop Werner

Werner kommt eines Tages nach Hause und die Wohnung ist dreiviertel leer. Ganz plötzlich sind das Inventar, seine Frau und seine beiden Kinder verschwunden (Saturn als Herrscher des 2. Hauses, Besitz, Konjunktion Uranus; Mond als Herrscher von Haus 8, Ehe, Konjunktion Neptun; Venus als Herrscherin von Haus 5, Kinder, Quadrat Hausspitze 5). Er ist zutiefst getroffen, wütend und verletzt, denkt daran, sich umzubringen (Mars als Herrscher von Haus 4 Bilin Hausspitze 8, mögliche traumatische Ereignisse im Zusammenhang mit festen Beziehungen, selbstzerstörerische Neigungen). Seine gesamte Umgebung nimmt an seinem Verlust Anteil (Mond als Herrscher von Haus 8 in Haus 9, die Ereignisse und Themen fester Beziehungen nach außen tragen, Konjunktion Neptun, Verlust der Familie (Mond).

Eine Weile versucht er verzweifelt, seine Frau zurückzugewinnen. Er ist zu allen Kompromissen bereit, wenn sie ihren Freund verläßt und wieder zu ihm zurück kommt (Sonne als Herrscherin von Haus 8 in Haus 2 = Venus/Pluto, Opferung von Substanz für eine feste Beziehung). Er stellt ihr in Aussicht, weniger Zeit mit seiner umfangreichen Spielzeugeisenbahn zu verbringen, die er auf dem Speicher aufgebaut hat und mit der er einen großen Teil seiner Freizeit verbringt und auch den Tennisclub weniger zu frequentieren, der den Rest der Zeit in Anspruch nimmt (Jupiter als Herrscher von Haus 1 in Haus 6, der expansive persönliche Freiraum; Venus Herrscherin von Haus 5, Hobbys, im Quadrat zur eigenen Hausspitze 5 und in Konjunktion zur Sonne als Herrscherin von Haus 8, Ehe: Das Quadrat des Herrschers von Haus 8 zur Hausspitze 5 zeigt, daß er nur unter erheblichen Anstrengungen eine feste Beziehung und seine Hobbys sowie seine sexuellen Bedürfnisse unter einen Hut bringen kann). Trotz aller Bemühungen hat Werner keinen Erfolg. Seine Frau ist der festen Überzeugung (Merkur, Herrscher von Haus 7, Partnerin, Spiegelpunkt Pluto), eine Menschen gefunden zu haben, der nicht nur möchte, daß sie vorhanden ist und sich seinen wechselnden sexuellen Stimmungen anpaßt (Saturn/Uranus-Konjunktion in Haus 5), sondern der sich wirklich für sie interessiert.

Werner hält es zuhause nicht aus. Er kann nicht allein sein und verbringt die meiste Zeit im Club und bei den Rotariern (Mond Konjunktion Neptun in Haus 9, die Demonstration der Einsamkeit nach außen). Schließlich stellt ihm ein Kollege, der es nicht mehr mit ansehen mag, wie betrübt Werner ist, ihm eine jüngere Frau vor, Thea, die an der Musikhochschule studiert. Werner ist begeistert. Sofort geht er eine feste Beziehung zu ihr ein (Merkur in Haus 2 Spiegelpunkt Pluto in Haus 8): Endlich wieder festen Boden unter den Füßen! (Merkur als Herrscher von Haus 7 in Haus 2, Venus/Venus, Sicherheit in der Liebe). Thea spielt wunderschön Geige, hütet die Kinder, versorgt den Haushalt und ist fünfzehn Jahre jünger ... das perfekte Glück? Leider stellt Werner fest, daß sich seine Verliebtheit schon bald legt. Thea ist zwar treu, aber erotisch nicht sein Typ, ihre ständige Präsenz beginnt ihn zu langweilen. Er vermißt die "up`s and down`s" seiner früheren Beziehung zu seiner Ehefrau (Merkur Quadrat Saturn/Uranus). Thea ist von seinem 7. Haus (erotische Liebe) ins 2. gerutscht (Nähe, Geborgenheit, Sicherheit). Außerdem macht sie ihm ziemlich unmißverständlich klar, wie sie das gemeinsame Leben gestalten möchte (Merkur Spiegelpunkt Pluto).

Inzwischen hat Werner ein Haus gebaut und zwei weitere Kinder mit Thea gezeugt. Er fühlt sich festgebunden und sieht sich doch außerstande, etwas zu verändern (Venus/Venus). Seine unerfüllte Sexualität versucht er heimlich zu leben (Mond/Neptun). Eine Verabredung zum Essen mit einer Frau, für die er schon lange geschwärmt hat, endet symptomatisch für seine Karriere als Liebhaber außer Haus: Sie dachte lediglich an ein gemeinsames Essen und war ziemlich verblüfft, als er ein Lokal weit außerhalb der Stadt wählte, dort auf dem Parkplatz besorgt alle Autos besah und sich dann mit ihr an einen kleinen, versteckten Tisch verzog. Er zeigte sich sehr großzügig, vor allem was den Wein anging, hatte aber leider die "Rechnung ohne den Wirt gemacht": Das Objekt seiner Eroberungsphantasien bedeutete ihm ganz freundlich und charmant ihr Desinteresse (Merkur in Haus 2 = Venus/Merkur, Scheinharmonie) und machte sich davon (Merkur Quadrat Saturn/Uranus in Haus 5).

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "Grundmuster der Liebe"

© 2001 Brigitte Hamann - www.brigitte-hamann.de


Anmerkungen:

(1) Eine Verbindung von Haus 7 mit Haus 2 bedeutet das Zusammenfallen des Waage- und des Stierthemas in Beziehungen und damit von zwei Prinzipien, die sich in ihren Absichten und Bedürfnissen fremd sind.

(2) Das 7. Haus hat immer das Waageprinzip zum Grundthema, auch dann, wenn der Deszendent in ein anderes Zeichen fällt. Themenherrscher des 7. Hauses ist somit immer die Venus, die durch das tatsächlich angeschnittene Tierkreiszeichen und seinen Herrscher eine Abwandlung erfährt. Das 2. Haus hat entsprechend immer das Stierprinzip zum Grundthema, bzw. Venus im Sinne des Stierprinzips als Themenherrscher.

(3) Eva Heller: "Beim nächsten Mann wird alles anders"

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