astrologix.net
Sie sind hier ==> astrologix : Artikel : Techniken : Traumdeutung
Weitere Informationen:
Allgeier & Noé

Traumdeutung

Teil 1, Wie mit Hilfe der Astrologie Träume entschlüsselt werden können


von Michael Allgeier

Immer wieder stellt man sich die Frage, warum Träume, die uns ja etwas sehr Wichtiges mitteilen wollen, in verschlüsselten Symbolen auftauchen. Die Frage ist relativ einfach zu beantworten. Bilder können sich nur durch Symbole mitteilen, die zum Ziel haben, einen tiefen Inhalt möglichst kurz und präzise darzulegen. Träume sind die ursprünglichste Form der Bildsprache.

Die Schlafforschung sieht in Träumen vor allem die Verarbeitung von Geschehnissen, die sich in unserer Seele tagsüber angestaut haben und die diese nun nachts verkraften, für sich selbst begreifbar machen muss. Würden wir am Träumen gehindert werden, würden wir relativ schnell unsere innere Mitte verlieren und verrückt werden. Wissenschaftler haben dies mit eindeutigen Experimenten bewiesen, in dem sie Freiwillige aus dem Schlaf rissen, sobald diese in die sogenannte REM-Phase (Abkürzung für Rapid Eye Movement - schnelle Augenbewegungen) eintraten, in der das Träumen am Intensivsten ist.

Die Schlafforscher stellten weiterhin fest, dass in jener REM-Phase außer den sich schnell bewegenden Augenlidern alle anderen Muskeln des Körpers tief entspannt sind und wir selbst nicht in der Lage sind, unseren Körper zu bewegen, obwohl die Hirntätigkeit ähnlich intensiv ist wie im Wachzustand. Interessant ist, dass man in dieser dichten Traumphase auch zu Sinneswahrnehmungen fähig ist, was wiederum erklärt, warum z.B. ein Gewitter, Lärm auf der Straße, Angesprochenwerden und andere Ereignisse oft in Träume miteingebaut werden. Ja, es gibt sogar Situationen, in denen der Träumende mit Menschen spricht, die wach sind.

Träume können Visionen sein

Sowie der Körper sich durch Ruhen erholt, regeneriert sich die Seele also durch Träume. Wer sich von der klassischen Schlafforschung wegbewegt und sich intensiv mit seinen eigenen Träumen beschäftigt, wird aber bald feststellen, dass es durchaus Träume gibt, die über den Zustand der Verarbeitung weit hinausgehen. Träume können tatsächlich zu Visionen werden und manchmal sogar etwas über die Zukunft verraten. In Träumen können wir uns an eine Art Internet der inneren Welt anschließen. C.G. Jung bezeichnete dies als das Kollektive Unbewusste, einem gigantischem Wissenschatz, den alle Menschen gemeinsam haben und der sie im tiefsten Inneren verbindet.

Es gibt auch nicht nur Träume in Schwarz und Weiß, was manche Traumforscher steif und fest behaupten. Es gibt auch Träume in Farbe sowie im Lichte der Nacht und des Tages.

Das Gefühl, das ein Traum erzeugt, ist entscheidend

Das Schwierige an der Traumdeutung ist: Sobald man Träume anderen mitteilt oder sie aufschreibt, beginnt man sie zu interpretieren und bewegt sich damit von ihrer eigentlichen Aussage weg. Das erste spontane Gefühl nach dem Aufwachen, das einem ein Traum entgegenbringt, ist besonders wichtig. Durch das bewusste Verweilen in diesem zunächst undefinierbaren Gefühl können wir dem Traum nachspüren und ihn letztlich ergründen.

Oft tragen wir ja ein negatives Gefühl den ganzen Tag mit uns herum, ohne zu wissen, woher es kommt. In sehr vielen Fällen stammt es aus der Nacht, aus unseren Träumen und verborgenen Schattenseiten. Ein weiterer wichtiger Aspekt, warum wir uns bemühen sollten, mit unseren Träumen bewusster umzugehen. Düstere Stimmungen, die wir mit uns herumtragen, können unser Verhalten und unsere Entscheidungen negativ beeinflussen. Sie bremsen uns, weil sie uns sagen wollen: Halt, da gibt es noch etwas, mit was wir uns beschäftigen müssen, was wir ausräumen müssen.

Neptun kann besonders bedeutsame Träume erzeugen

Dem ersten Nachspüren und dem Aufsichwirkenlassen eines bedeutsamen Traumes (welche Träume wirklich wichtig sind, weiß jeder Mensch selbst) sollte dann der zweite Teil, die bewusste Traumdeutung folgen. Es geht dabei um konkrete Symbole, die im Traum auftauchen und die auch durchaus konkret gedeutet werden können. Von den gängigen "Traumbüchern", die in relativ großer Zahl in Buchläden aufliegen, darf man sich jedoch nicht viel Hilfe erwarten. Die dort beschriebenen Traumsymbole sind oft sehr flach oder unvollständig.

Nicht täuschen können wir uns bei der Traumdeutung, wenn wir die Astrologie zur Hilfe nehmen, die ja die Aufgabe besitzt, die Welt über innere Bilder, über Archetypen, wie sie eben auch in unseren Träumen vorkommen, begreifbar zu machen.

Unter Neptun-Transiten, vor allem zur Geburtssonne, kann allgemein eine Phase sehr reger Traumtätigkeit mit ungewöhnlichen Träumen beobachten. Speziell Mars-Einflüsse können Träume voll von Gewalt und Auseinandersetzung bringen, Pluto-Einflüsse können vom Sterben träumen lassen, mit Venus-Einflüssen sind oft erotische Träume verknüpft, unter Uranus-Einflüssen träumen wir möglicherweise von Flucht, Fall oder Fliegen usw.

Einen großen Einfluss auf unsere Träume haben neben den sogenannten Transiten zu unserem Geburtshoroskop alleine schon die Tages- bzw. Nachtkonstellationen der Planeten. Träume sind z.B. voll von Emotion und Unruhe, wenn der Mond nachts in Spannung zu Mars steht. Der Mond günstig zur Sonne oder zu Venus hat dagegen einen sehr beruhigenden und harmonisierenden Einfluss auf unsere Träume. Überhaupt ist der Mond, als der Herrscher der Nacht und als Nahtstelle zu unserer Seele und unserem Unbewussten neben Neptun der wichtigste astrologische Faktor, was Träume betrifft.

Bei Träumen von Feuer droht Streit

Durch die Analogiesprache der Astrologie wissen wir zumindest, was die Taumsymbole bedeuten. Ein Traum, den relativ viele Menschen schon einmal gehabt haben, der sie tief erschütterte und unerklärbar war, ist z.B. der Traum vom Zähneausfallen. Plötzlich wackeln im Traum die Zähne, fallen eben aus oder werden - fast noch schlimmer - zu Brei im Mund. Zähne werden in der Astrologie nun Saturn zugeordnet, dem Begrenzer, dem Planeten des Alters, der Schicksalsschläge und des körperlichen Zerfalls. Mit diesem Traum muss also eine Angst vor dem Altwerden, er kann aber auch auf eine tiefe seelische Erschütterung hindeuten, die sich durch eine Lebenskrise bereits anbahnt, vom Bewusstein aber noch nicht wahrgenomme wird.

Wer von Häusern und Räumen träumt, bewegt sich in den verschiedenen Schichten seiner Seele, denn das Haus wird dem Krebs und seinem Zeichenherrn Mond zugeordnet. Damit ist immer die grundsätzliche Frage verknüpft: Wer bin ich, wo gehöre ich hin?

Ein Traum, der mit Feuer zu tun hat, ist mit Mars verbunden. Feuer kann ein Anzeichen dafür sein, dass man etwas begehrt, gleichzeitig aber auch Angst davor hat. Feuer ist die Zerstörung schlechthin, es kann im Traum auf massive schwelende Konflikte hinweisen, die im wirklichen Leben kurz vor dem Ausbruch stehen.

Fliegen im Traum heißt frei sein

Ein Verbrechen im Traum zu begehen, in dem man einen anderen Mensch tötet oder ein Traum, in dem man selbst stirbt, hat nur im übertragenen Sinne mit dem Tod zu tun. Es handelt sich hier um plutonische Träume: ein Gegner muss überwunden oder eine Lebensphase beendet werden, damit etwas Neues entstehen kann. Im Grunde genommen ein sehr positiver Traum, der zuversichtlich stimmen sollte. Pluto sagt: Stirb und Werde!

Im Traum von Schlangen verfolgt und gebissen zu werden, deutet ebenfalls auf Skorpion und Pluto hin und hat vor allem mit verdrängten Leidenschaften und Versuchungen zu tun, die dem Leben gefährlich werden können.

Fliegen in Träumen ist ein uranisches Thema - die Sehnsucht frei von allen Fesseln und Abhängigkeiten zu sein. Interessanterweise geht Fliegen im Traum oft mit Kreislaufschwäche einher, die astrologisch auch mit Uranus zu tun hat.

Wasser im Traum, vor allem wenn man vom Meer träumt, hat mit den Fischen und Neptun zu tun. Das Eintauchen in das Unbewusste, in verborgene Seelenschichten ist hier Thema. Wer das Meer bedrohlich empfindet und z.B. auch von Haien träumt, hat sehr viele unbewusste Ängste. Meist haben sie mit Süchten zu tun, die unbewältigt sind und stärker als der bewusste Wille erscheinen. Ähnlich ist das Ertrinken im Traum zu werten. Alles wird zuviel. Eine Situation scheint auswegslos. [MA]

Seitenanfang