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Prognose für die Bundestagswahl 2005

Merkel wird knapp siegen, Schröder mit gutem Ergebnis verlieren,
was aber werden die Wähler dabei gewinnen?
Nichts!


von Dr. Bernhard Firgau, Anne C. Schneider, Gerhard Lukert

Erste Frage: gibt es einen Regierungswechsel ?

In unserem Buch "Wahlprognose mit Astrologie" (Tübingen, 2002) haben wir einst den sehr engen Sieg der Rot-Grünen-Koalition vorausgesagt, aber auch darauf hingewiesen, daß die Regierung schnell in die Krise geraten und die Legislaturperiode wohl nicht durchstehen würde. Grundlage für letztere Aussage war eine Analyse aller Kanzlerwechsel der deutschen Geschichte seit 1871. Diese Serie zeigt Strukturen, die sich mit einem dreißigjähren Zyklus erklären lassen. In die Begriffe und Modelle der Astrologie übertragen ergibt sich daraus, dass der Planet Saturn mit seiner Umlaufzeit von knapp 30 Jahren immer dann Kanzlerwechsel auslöst, wenn er über sensible Bereiche des Deutschlandhoroskopes von 1871 hinweg zieht. Regelmäßig gab es in den letzten 130 Jahren einen Kanzlerwechsel, wenn der Saturn über den IC zog, in dessen Nähe im Deutschland-Horoskop mehrere Planeten, unter anderem der Saturn selbst, stehen. Und genauso regelmäßig zeigt sich in der deutschen Geschichte eine Gefährdung der Regierung beim Durchgang des Saturn durch Haus 10, das vom Zeichen Krebs belegt ist. Weil Haus 10 in das folgende Tierkreiszeichen Löwe hineinreicht, kann man auch dort mit fortgesetzter Instabilität rechnen, geschichtliche Beispiele wären die mühsamen letzten Jahre der Regierung Bismarck (1887-90), die Zurücksetzung der Regierung gegen Ende des 1. Weltkrieges durch den Generalstab, die fehlende eigene Regierung während der Besatzungszeit nach dem 2. Weltkrieg, sowie die fortwährend vom eigenen Lager gefährdete Regierung Schmidt während der zweiten Hälfte der Siebziger Jahre. Vergleichbar zur Zeit des Kanzlers Helmut Schmidt sahen wir auch bei Schröder die Distanz vom Parteivorsitz (Februar 2004) sowie fortlaufende Vertrauensprobleme, die im Sommer 2005 nun zu einer Auflösung des Bundestages führten. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Instabilitäten sich in einem tatsächlichen Regierungs- und Kanzlerwechsel konkretisieren werden.

Siehe auch: Wichtige Ereignisse in der Geschichte der Deutschen Kanzler


In der Tendenz würden wir also die Eingangsfrage positiv beantworten: Es gibt einen Regierungswechsel. Aber die neue Regierung, wie auch - wenn unsere Voraussage falsch wäre - eine gegebenenfalls fortbestehende bzw. modifizierte Regierungskoalition wird unter der hier besprochenen Saturn/Löwe-Konstellationen weiterhin höchst instabil, unentschieden und damit nicht leistungsfähig sein. In der Mundanastrologie wird die Regierung von der Sonne eines Staatshoroskopes verkörpert, und die Verbindung Saturn-Sonne bedeutet demnach eine Behinderung der Regierung, die sich dann in der Not auf ein restriktives, rein saturnisches Verhalten verlegen muß. Das würde gelten, solange nicht andere sehr günstige Faktoren dies aufwiegen würden. Wir sehen solche günstigen Umstände aber nicht.


Zweite Frage: Wer gewinnt die anstehende Wahl?

Schröder und die Brücke von Remagen

In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges gab es viele Brennpunkte, an denen verzweifelt gekämpft wurde. Einer davon war die Brücke von Remagen. Sie war während des 1. Weltkrieges unter militärischen Gesichtspunkten gebaut und von Kaiser Wilhelm II. am 1. Mai 1918 eingeweiht worden. Als wichtiges Verbindungsstück hatten die amerikanischen Streitkräfte sie 1944 in ihre strategischen Planung eingestellt, umgekehrt wurde sie von Wehrmacht und SS erbittert verteidigt. Eine Sprengung misslang, und so fiel die Brücke den Amerikanern beschädigt, jedoch funktionsfähig in die Hände, worauf der wütende Hitler noch einige V2 und die ersten Düsenjäger einsetzen ließ, um die Brücke zurückzuerobern oder doch zu zerstören. Aber die Amerikaner konnten sie mehrere Wochen nutzen, bis die Brücke schließlich erbittert umkämpft am 17.3.1945 zusammenbrach. Die astrologische Konstellation zeigt einen doppelten Saturn-Pluto-Konflikt (Rezeption) von trSA auf radPluto sowie trPluto über radSaturn: Zerbrechen unter übermächtigen objektiven Spannungen und Belastungen.


Abbildung 1
Abbildung 1
Innenkreis: Einweihung der Brücke von Remagen, 1. Mai 1918, 12:00 Uhr
Außenkreis: Einsturz der Brücke von Remagen, 17. März 1945


Exakt dieselbe inhaltliche Konstellation wird Gerhard Schröder am 18. Sept. 2005 erleben. Wir sehen aktuell, wie er unter Aufbietung all seiner Professionalität und Energie kämpft - getragen von seinen guten Radixkonstellationen (Jupiter!) und zusätzlich motiviert durch den gegenwärtigen Marstransit durch sein Haus VII. Aber mit der wechselseitigen Saturn/Pluto-Konstellation wird er an der objektiven Realität scheitern. Natürlich wird er nicht in den Fluten der Spree versinken, sondern wird bei der Wahl sogar noch Punkte machen und als ehrenvoller Kämpfer abtreten können: Man beachte die Venus am AC (genau wie bei der Wahl 2002!) sowie die guten Aspekte von Jupiter und Pluto zu seinem MC. Aber auch wenn sich in den nächsten Monaten weitere positive Jupiter-Aspekte bei Schröder entwickeln, und auch wenn in vielen Hilfshoroskopen (Solare, Ingresse) bei Schröder günstige Konstellationen aufscheinen, so denken wir von der Gesamtbewertung her, dass die problematischen Transite in seinem Horoskop gegenwärtig überwiegen.


Abbildung 2
Abbildung 2
Innenkreis: Gerhard Schröder, Blomberg, 7. April 1944, 22:00 Uhr MESZ
Außenkreis: Bundestagswahl 2005, Berlin, 18.September 2005, 18:00 MESZ


Merkel und ihre 99 Luftballons

Angela Merkel steht zweifellos besser da. Aber es sind weniger die wirklich guten Aspekte, durch die ihre Position aufgebaut wird, es sind eher die - noch! - fehlenden ungünstigen Konstellationen. Ein Transit-Jupiter am MC ist zweifellos eine feine Sache, und damit wird sie Schröder überrunden. Auch wird ihr nach der Wahl die durchs IX. Haus herannahende Sonne helfen. Vor zwölf Jahren, also einen Jupiterzyklus zuvor, hat sie unter denselben Konstellation Karriere als Familien- und Umweltministerin gemacht. Für eine Kanzlerin allerdings wünschte man sich doch deutlich bessere Voraussetzungen. Wenigstens aber hat sie im Augenblick noch nicht die großen Belastungen, denen ihre Konkurrenten Schröder, Fischer und leider auch ihr Wunsch-Koalitionspartner Westerwelle ausgesetzt sind. Starke Transitspannungen werden bei Merkel erst aktuell, wenn der laufende Pluto den Mars in Haus I erreicht, und wenn außerdem der laufende Saturn in Opposition zu ihrem Radix-Mond in Haus II gerät. Dieser Mond ist heute schon erodiert von einer Konjunktion mit Neptun. Das mag Merkel zwar Flexibilität in Verhandlungen und Bereitschaft zu Manövern geben, doch die Verbindung Neptun-Mond bedeutet in der Politik sehr häufig Täuschungen, Intrigen, Illusionen über die Realität - und das harte politische Geschäft wird dadurch nicht selten zu Rutschpartie. Es ist bei Merkel die Gefahr groß, dass sie zu sehr auf die Waffen von Schröder setzt, die sie niemals so gut führen können wird wie Schröder selbst (Man beachte: Der Illusionskünstler Schröder hat die Neptun/Mond-Konjunktion im Radix! Schröder hat außerdem Merkur am DC, Merkel dort dagegen nur die Zwillinge - wenn auch deren Herrscher bei Merkel nahe steht und durch Jupiter aufgewertet ist). Merkels Wähler und die CDU/CSU wollen aber keine 99 Luftballons, von denen schon zu viele, zuletzt Kirchhof, geplatzt sind. Merkel sollte ihren Neptun wie der alte Fuchs Adenauer mehr in Form von Geschmeidigkeit und Schläue einsetzen und nicht in Form von Schminke, "medialem" Auftreten und mit Parteitagsinzenierungen wie in den USA. In der Gesamtbewertung Merkels fehlen die wirklich überzeugenden Konstellationen, zur absoluten Mehrheit reicht es deshalb nicht. Doch wird sie ausreichend Punkte machen, um den ersten Auftrag zur Regierungsbildung zu erhalten.


Abbildung 3
Abbildung 3
Innenkreis: Angela Merkel, 17. Juli 1954, Hamburg, 18:00 MEZ
Außenkreis: Bundestagswahl 2005, Berlin, 18.09.2005, 18:00 Uhr


Sonnenfinsternisse und Widderingresse

Außer mit Transiten lassen sich Wahlprognosen auch mit Ingressen und Sonnenfinsternissen erstellen. Gute Ergebnisse erzielt man beispielsweise, wenn die Horoskope der Kandidaten mit dem vorausgehenden Widder-Ingress oder mit der nächstliegenden Sonnenfinsternis in Synastrie gebracht werden. Je mehr Resonanzen zwischen Radix des Kandidaten und Finsternis- bzw. Ingress-Horoskop bestehen, und je günstiger diese sind, umso größer sind dann auch die Siegeschancen, besonders wenn sich an einen Sieg eine bedeutende Lebensveränderung für den Kandidaten (Amtsübernahme, Umzug etc.) knüpfen würde.
Die Sonnenfinsternis am 8. April 2005 (auf 19° Widder) hat bei Gerhard Schröder und Joschka Fischer mehrere Radixkonstellationen ausgelöst, und man darf die seit Mai in Gang gekommenen Ereignisse damit korrelieren. Die nächste Sonnenfinsternis findet nun am 3. Oktober statt, und wegen der Nachwahl in Dresden sowie wegen gleichzeitig wohl auch stattfindenden Koalitionsverhandlungen sollte diese Finsternis in jedem Fall beachtet werden. Dass nun gerade die Sonne und der Mond des Finsternishoroskops - die Archetypen des männlichen und weiblichen Prinzips - auf der Sonne des Wiedervereinigungshoroskopes vom 3. Oktober 1990 zu stehen kommen, ist nicht ohne gewisse Symbolkraft: ein Mann aus dem Westen und eine Frau aus dem Osten treffen hier aufeinander und haben im günstigen Umfeld des Tierkreiszeichens Waage und gut aspektiert von Saturn die Chance zu einer Koalition.

Für Gerhard Schröder fällt die Sonne-Mond-Konjunktion auf den Radix-Mond, so daß er nicht unbeteiligt sein dürfte (Radix Neptun in der Nähe: Regie im Hintergrund?). Bei Angela Merkel wird dagegen die Merkur-Jupiter-Konjunktion im Krebs aktiviert, allerdings durch ein Quadrat, was gewisse Rückschläge und Kompromisse mit sich bringen dürfte. Wenig Resonanz hingegen hat die Finsternis zum Horoskop von Guido Westerwelle (*27.12.1961, Bad Honnef) - was man aber unbedingt erwarten müßte, wenn er tatsächlich in eine Regierungskoalition einbezogen wäre!


Abbildung 4
Abbildung 4
Innenkreis: Inkrafttreten der Wiedervereinigung, 03.10.1990, 00:01 Uhr, Berlin
Außenkreis: Sonnenfinsternis am 03.10.2005, 12:28 MESZ, Berlin


Auch der Widderingress (20.03.2005, 13:34 Uhr, Berlin) hat starke Beziehung zu Schröders Radix: Der Aszendent (11° Löwe) fällt zwischen sein Pluto-Jupiter-Konstellation in Löwe, das Ingress-MC liegt nahe seiner Sonne, die Venus steht gradgenau auf seiner Venus. Das sollte nicht ohne positive Wirkung sein. Bei Merkel hingegen sind es eher die kritisch einzustufenden Resonanzen von Ingress-Saturn (auf Radix Sonne und Uranus) und von Ingress-Neptun (auf Radix Mond): sie wird nicht erreichen, was sie eigentlich will. In Westerwelles Horoskop löst allenfalls der Ingress-Mars auf 29° Schütze ein Radix-Stellium von Venus-Mars-Sonne aus, die Ingress-Achsen tangieren sein Horoskop allerdings nicht - auch hier also eine eher nachrangige Auslösung!


Dritte Frage: Welche Regierungskoalition ist am wahrscheinlichsten?

Vorausgeschickt sei, dass innerhalb der Mundansektion des DAV keine geschlossene Meinung in Bezug auf die Koalitionsfrage gefunden werden konnte. Wilma Sommer aus der Schweiz, die die so genannte "Dualistische Astrologie" entwickelt hat, kommt aufgrund ihres eigenen Regelwerks zu der Annahme einer Tripel-Koalition (Rot-Rot-Grün, eventuell auch Rot-Grün-Gelb). Sie schätzt aber auch astrologisch eine solche Koalition als nicht stabil ein, gibt ihr nur eine kurze Laufzeit und sieht bereits für das nächste Jahr eine dramatische politische Situation für Deutschland voraus, die sich erst 2007 mit einer Großen Koalition wieder langsam bessern wird. Die Wahlprognose von Wilma Sommer findet sich in voller Länge und mit weiteren interessanten Details auf der Website der DAV-Sektion Mundanastrologie; wir dürfen hier auf sie verweisen und bitten um Beachtung.

Siehe: http://dav-astrologie.de/1-organe/sektion/mundan/wahl2005.htm


Das Deutschlandhoroskop

Die an der vorliegenden Prognose beteiligten Mitglieder der Mundansektion favorisieren astrologisch gesehen eine Große Koalition bereits zum jetzigen Zeitpunkt, wobei jedoch deren Leistungsfähigkeit, wie schon eingangs gesagt, sehr zweifelhaft sein wird. Die Herleitung einer solchen Großen Koalition geschieht aus dem Deutschland-Horoskop von 1871, wobei wir darauf hinweisen wollen, dass wir nicht die Kaiser-Erhebung am 18. Januar 1871 als Radix für Deutschland benutzen, sondern das Inkrafttreten der Bundesverträge mit dem 1. Januar 1871, bezogen auf die Hauptstadt Berlin. Das gegenwärtige Deutschland steht in einer zweifelsfreien staatsrechtlichen Kontinuität zu diesem seinem eigentlichen Gründungszeitpunkt. Das Horoskop ist sehr bewährt, was man anhand wichtiger geschichtlicher Ereignisse mit den zugehörigen Transiten sehr leicht nachprüfen kann.


Abbildung 5
Abbildung 5
Innenkreis: Deutschland, Inkrafttreten der Bundesverträge, 1.1.1871, 00:01 Uhr, Berlin
Außenkreis: Bundestagswahl 2005, 18. September 2005, 18:00 Uhr, Berlin


Demnach zeigt sich gegenwärtig ein Transit des Jupiter durch das erste Haus, also ein nicht sehr lange währendes "kleines Glück", eine kleine Chance für unser "armes, stark gebeuteltes Vaterland". Bei der Frage, welche Parteien mit Hilfe ihrer eigenen Konstellationen am ehesten diesen Jupiter-Transit aktivieren könnten, kommt man zwangsläufig auf die CDU, bei der der laufende Jupiter hell über der zentralen Planetengruppe im 11. Haus leuchtet, während gleichzeitig der starke und vernünftige Saturn in Haus 10 von Sonne und Merkur einen kurzen Lichtschein bekommt. Diese Transitkonstellationen stützen die Annahme eines Wahlsieges der CDU, der ja aus dem Horoskop von Angela Merkel bereits ersichtlich war, und sie führen des Weiteren zu der Annahme, dass die neue Regierung unter der Führung der CDU gebildet werden wird. Auch dürfte der laufende Uranus, der den Mond und das IC des Radix berührt, der Partei zum Sprung in das "kalte Wasser" unkonventioneller Koalitionsverhandlungen helfen. Und schließlich verkörpert Angela Merkel mit ihrem AC Schütze und aktuellem Jupiter am MC am treffendsten die generelle Transitkonstellation des Deutschland-Horoskopes.


Abbildung 6
Abbildung 6
Innenkreis: Gründung der Bundes-CDU, 21. Oktober 1950, Goslar, 09:15 Uhr
Außenkreis: Bundestagswahl 2005, 18. September 2005, 18:00 Uhr, Berlin


Die zweite Partei nun, die ähnlich der CDU aktuell einen guten Jupiter-Transit erfährt, und die dessen Wirkungen somit ebenfalls auf die Ebene der staatlichen Verantwortung - also zugunsten des Deutschlandhoroskops - transformieren könnte, ist die SPD. Sie hat am Wahltag den Jupiter auf demselben Grad wie bei ihrer Gründung im Jahre 1875! Und da die SPD aus der Fusion zweier Linksparteien enstand, also ein Kompromiss in Haus 11 war, muss man der SPD auch im Jahre 2005 Kompromissfähigkeit zusprechen. Es fragt sich nur, ob das ein Kompromiss mit der neuen roten Absplitterung WSAG und vielleicht sogar mit der alten linken Absplitterung KPD sein wird (heute noch existent im Gewande der PDS!!) - oder ob es stattdessen zu einem Kompromiss mit dem konservativen politischen Gegner reichen wird.


Abbildung 7
Abbildung 7
Innenkreis: Gründung der SPD, 26. Mai 1875, Gotha, 18:00 Uhr
Außenkreis: Bundestagswahl 2005, 18. September 2005, 18:00 Uhr, Berlin


Bemerkenswerterweise haben sowohl CDU als auch SPD einen Skorpion-Aszendent, und aktuell läuft deshalb der Mars durch ihr siebtes Haus, bei der SPD exakt über den dort stehenden Pluto, bei der CDU exakt über den Deszendent. Das heißt: Pluto der SPD und der Deszendent der CDU haben den gleichen Grad, der gegenwärtig von einem Mars aktiviert wird. Prallen hier die Hörner aufeinander, hält man sich rote Tücher gegenseitig direkt vor die Nase. Oder ist es das harte Ringen um einem Kompromiss? In der Tat, das Ganze ist eine sehr haarige, sehr stachlige Angelegenheit (man beachte auch den Tansit des laufenden Pluto über den Mars der CDU!). Wir denken aber, dass bei beiden Parteien der laufende Jupiter für Ausgleich sorgen wird, - und dass die aktuelle Venus, die bei beiden Parteien über den Aszendenten gehen wird, ausreichend "Diplomatie" bereitstellen kann. Man beachte übrigens auch, dass der Mond von Angela Merkel dieselbe zodiakale Position hat wie der Mond im Horoskop der SPD.


Abbildung 8
Abbildung 8
Innenkreis: Gründung der SPD, 26. Mai 1875, Gotha, 18:00 Uhr
Mitte: Gründung der Bundes-CDU, 21. Oktober 1950, Goslar, 09:15 Uhr
Außenkreis: Bundestagswahl 2005, 18. September 2005, 18:00 Uhr, Berlin


Das Sonnenaufgangshoroskop des Wahltages am 18.09.2005

Für ein gegenseitiges Arrangement zwischen SPD und CDU gibt es weitere Argumente, die sich aus dem Sonnenaufgangshoroskop und der zeitlich-inhaltlichen Entwicklung des Wahltages ableiten lassen


Abbildung 9
Abbildung 9
Sonnenaufgangshoroskop des Wahltages, 18.09.2005, Berlin, 06:51 MESZ


Zunächst stehen die Konstellationen am 18. September eigentlich nicht sehr günstig für das Wahlvolk. Der Mond, der in der Mundanastrologie die Volksseele verkörpert, befindet sich im Leerlauf (er bildet keine Aspekte mehr vor einem Zeichenwechsel), und er steht in Opposition zur aufgehenden Sonne, also zur Regierung, geht damit gerade unter den Horizont: Traditionell gedeutet also ein Sieg der herrschenden Regierung über die Intentionen der Wähler. Zudem hat die Sonne eine Konjunktion mit Merkur, der seiner Deklination nach sogar über der Sonne steht, ein sehr schönes Symbol für die "Telekratie", die Verheiratung der Medien mit der Politik, die am krassesten bekanntlich in Italien ausgeführt ist. Zu der Spannung zwischen Sonne und Mond entlang der AC/DC-Achse gesellt sich außerdem noch ein Quadrat des Pluto am IC, was sehr deutlich die Zwänge symbolisiert, die die Seele des Staatswesens aktuell umklammern. Im Laufe des Wahltages lösen sich diese Spannungen ein wenig, aber im Endergebnis bleibt immer noch genug Mühsal: Sonne separativ Quadrat Pluto, Venus applikativ Quadrat Saturn. Das wirklich Unangenehme an der Situation bei der Schließung der Wahllokale ist allerdings die Tatsache, dass der Neptun in Konjunktion mit dem AC kommt: Das Ergebnis wird kein echtes Ergebnis sein. Auch ist der bei der Öffnung der Wahllokale noch in der Sonnenmitte (cazimi) stehende Merkur inzwischen zu einem "verbrannten" Merkur geworden, was für die Kommunikation, für Analyse- und Meinungsbildungsprozesse nun denkbar ungünstig ist. Heute schon lagert sich ein Schatten über die Wahl durch die bereits absehbare Nachwahl, aber man kann die Gesamtkonstellation am Wahlabend des 18. September 2005 auch so deuten, dass die ganze Wahl in einem gewissem Sinne umsonst war.


Abbildung 10
Abbildung 10
Schließung der Wahllokale, 18.09.2005, Berlin, 18:00 MESZ


Was aber spricht nun im diesem schwierigen Sonnenaufgangshoroskop für eine Große Koalition? Am Jungfrau-Aszendenten steht Sonne in Konjunktion mit Merkur, der sowohl über das Zeichen Jungfrau herrscht wie auch über das Zeichen Zwillinge am MC. Damit ist die herrschende Regierung klar begünstigt und ein deutliches Aufholen der SPD möglich. Dem steht schwächend gegenüber, dass im zehnten Haus das Zeichen Krebs eingeschlossen ist, dessen Herrscher Mond in schlechter Position beim politischen Gegner steht, also im siebten Haus. Die noch herrschende SPD muss sich offenbar mit dem Gegner CDU arrangieren und kann nicht alleine den Ton angeben.

Der klassische Herrscher des Deszendenten dagegen ist Jupiter, und der steht im II. Haus, wo nach der traditionellen Kriegsastrologie die Hilfstruppen zu erkennen sind, die "Koalitionstruppen". Dies spricht für eine Mitbeteiligung der CDU, mithin für eine Große Koalition. Bei der heute schon absehbaren Nachwahl am 2. Oktober in Dresden treffen sich Merkur und Jupiter sogar zur astrologischen Hochzeit - und der Mond, am 2.10.2005 nun im Transit durch Haus I des Sonnenaufgangshoroskops vom 18.9.2005, stützt jetzt die SPD, da er ja Mitherrscher im zehnten Haus ist (durch das Zeichen Krebs).

Das Sonnenaufgangshoroskop am Tag der Nachwahl in Dresden, dem 02.10.2005, hat Sonne, Jupiter und Merkur vollends in der Waage: eine gespannte (Mars opp. Venus!), aber wohl lebensfähige Große Koalition (Sonne mit Jupiter). Wie immer man also die astrologischen Regeln dekliniert und konjugiert: Die Zeichen deuten mehr auf eine SPD/CDU-Koalition als auf komplexe und unbeherrschbare Ampel-Koalitionen.


Abbildung 11
Abbildung 11
Nachwahl in Dresden, Sonnenaufgangshoroskop, 2.10.2005, 7:10 Uhr


Schlussbemerkungen

Damit wurden nun alle wesentlichen Fragen in Bezug zur bevorstehenden Wahl unter Anwendung relativ einfacher astrologischer Mittel untersucht. Wenn auf die kleineren Parteien wie Grüne und FDP, aber auch auf die extremen Linken und Rechten nicht eingegangen wurde, dann geschah dies nur deshalb, weil diese nach unserer Auffassung aktuell ohne große Bedeutung sind. Das wenigstens ist das Ergebnis einer Überprüfung der Transite über die einigermaßen gesicherten Parteienhoroskope, die in unserem Buch "Wahlprognose mit Astrologie" (Tübingen, 2002/2004, Edition Astrodata, Chiron-Verlag) veröffentlicht wurden. Im selben Buch finden sich weitere Methoden, Gründungs- und Personaldaten, anhand derer der astrologisch interessierte Leser die gegenwärtigen und künftigen Wahlvorgänge in Deutschland mitverfolgen und untersuchen kann.

Am Ende des Artikels dürfen wir aber die Gedanken des ersten Abschnittes nochmals aufgreifen, dass nämlich die politische und geschichtliche Entwicklung unseres Landes über weitere lange Jahre hinweg schwer behindert sein wird. In den Tagen der Regierungsbildung wird am 03. Oktober 2005, dem Tag der deutschen Einheit, eine Sonnenfinsternis stattfinden. Sie ist in Deutschland nicht sichtbar, gilt nach den Regeln der Astrologie jedoch als durchaus hier wirksam, und wird demnach wie eine Hypothek auf der neugebildeten Regierung lasten. Genau zur Dresdener Nachwahl wird der Mars -- in Stier ohnehin im Exil und nicht besonders stark gestellt -- auch noch für zehn Wochen rückläufig: Eine denkbar schlechte Ausgangsbasis, rasch zu einer handlungs- und durchsetzungsfähigen Regierungsmannschaft zu kommen! Häufig sind unter solchen Aspekten getroffene Entscheidungen von keiner großen Nachhaltigkeit geprägt und müssen revidiert werden. Eine besondere Kumulation von Schwierigkeiten wird schließlich dann eintreten, wenn der laufende Saturn und der laufende Neptun in etwa einem Jahr eine Opposition bilden, die sich im Quadrat zu sensiblen Positionen des Deutschland-Horoskopes von 1871 und zur Wiedervereinigung von 1989 formieren wird.


Abbildung 12
Abbildung 12
Innenkreis: Deutschlandhoroskop, 01.01.1871, Berlin, 00:01 Uhr LMT
Mitte: Fall der Mauer am 09.11.1989, Berlin, 21:00 Uhr MEZ
Außen: Wichtige Transite im Herbst 2006


Der Wechsel zum Guten, der auf den Wahlplakaten derzeit versprochen wird, wird unter solchen Belastungen und Spannungen kaum eintreten können (Saturn/Neptun ist klassisch gesehen das konservative gegen das soziale Lager). Diese pessimistische Erkenntnis ergibt sich auch aus einer breiten Anwendung des 30jährigen Saturn-Zyklus auf die deutsche Geschichte. Die nachstehende Abbildung mag dies verdeutlichen.

Siehe: Deutsche Geschichte von 1788 bis 2028
30-Jahres-Zyklus - Wechsel von 20 Jahre Aufbau und 10 Jahre Krise

Unser Fazit: Als Wählerin oder Wähler ist man zwar immer gut beraten, zur Wahl zu gehen und dort die eigene Stimme zur Geltung zu bringen - und noch besser, wenn man Zeit und Kraft hat, sich darüber hinaus politisch engagieren. Doch ist es allemal vernünftig, nicht blind der Politik und deren sorgfältig gesteuerte Präsentation in den Medien zu trauen - sondern stattdessen das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Dabei können, wohlverstanden, die "Sterne" uns helfen.




Autoren: Dr. Bernhard Firgau, Anne C. Schneider, Gerhard Lukert.

Dank an Cornelia Salvato für ihre Hilfe, an Erich Thaa und Heinz Specht für ihre Anregungen.
Dank an Thomas J. Klamm für die Aufnahme des Artikels bei ASTROLOGIX


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