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Über Fixsterne im Horoskop

von Eva-Maria von Nerling - creadevi@queries.de



Bild hat es endeckt: Das dreizehnte Sternbild. Es ist schon ein paar Jahre her und wohl schon einige tausend Jahre nach der ersten Entdeckung der Sternbilder - vielmehr Benennung dieser Sternkonstellationen nach Dingen, die den Menschen vertraut waren -, da stellte jemand fest, und Bild griff es auf, daß es doch dreizehn Sternbilder am Himmel gebe.

Stellt das jetzt alles in Abrede? Astrologen wurden aus dem Branchenbuch ermittelt und eilends befragt. Mich traf ebenfalls das Los einer Befragung, und ich mühte mich zweimal ab, der Fragerin zu erklären, wieso Sternbilder und Sternzeichen zwei verschiedene Dinge sind. Verständnis vortäuschendes Brummen, anderntags fand sich nichts, überhaupt nichts über diese Fragestellung in einem langen Artikel über das Thema, der sich wischi- waschi um die eigentlichen Fakten herumdrückte.

So ist die Debatte über Sternbilder/Sternzeichen immer wieder neu und erfrischend. Unendlich viele Kritiker der Astrologie haben es als Argument benutzt, daß die Sternbilder und der Frühlingspunkt sich inzwischen auseinanderdividiert haben. Das ist richtig. Der Frühlingspunkt bewegt sich in Jahrtausenden einmal durch die Ektliptik, ca. 24.000 Jahre braucht ein Umlauf, grob angegeben, darum redet man vom Zeitalter des Wassermanns, wenn der Frühlingspunkt in dieses Zeichen wandert.

Das heißt, die Fixsterne, die ja die Sternbilder formen, sind nicht völlig fix, sondern die Menschheit ist Zeuge einer langsamen Rotation des Sternhimmels, die zur Folge hat, daß unsere Ahnen vor 5000 Jahren die Sternbilder auch in anderer Proportion in sich sahen, die Figuren wandeln sich langsam. Antares zum Beispiel hat sich, seit ihn die ägypter sahen, von 7 Grad Waage bis 9,7 Grad Schütze bewegt, in 5000 Jahren zwei Zeichen weiter.

Die astrologische Deutung hat sich ursprünglich wahrscheinlich auf die großen Lichter gestützt, auf die göttlich angesehene Sonne und den Mond. Mythen um die Lichter füllen Lexika. Weiterhin wurden Sterne als Zeitanzeiger für natürliche Ereignisse erkannt, Sirius wurde zu einem ägyptischen Kalendermerkmal ersten Ranges, man richtete Saatzyklen und Ernten nach dem Erscheinen von Sternen.

Die Astronomie, damals noch Hilfswissenschaft von Agrokultur und Astrologie, wurde zur Wissenschaft der zyklischen Erscheinungen, man erkannte Regelmäßigkeiten im Auftauchen der Wandelsterne, also unserer Planeten, bis ins 18. Jahrhundert der fünf klassischen bis zum Saturn, die Erde nicht gerechnet, deren Planetennatur ja lange umstritten war.

Die Astrologie richtete sich im Betrachten der Charaktere nach "Sternzeichen", die eigentlich eine Sache zwischen Sonne und Erde sind und von daher durch die Präzession nicht berührt werden. Gleichzeitig aber gab es immer auch Astrologen, die die kalten Augen der Fixsterne nicht vergaßen und die nichts außer Acht lassen wollten, was möglicherweise warnen oder helfen könnte. In der astrologischen Literatur scheinen Publikationen zu diesem Thema selten. Wenige beziehen diese Himmelskörper in ihre Untersuchungen ein. Dennoch scheint etwas dafür zu sprechen, daß man sie nicht völlig ignoriert.

Ihre Entfernung von der Erde scheint jegliche Wirkung auszuschließen. Ebenfalls ignorieren kann man sie dann, wenn sie zu weit von der Ekliptik nördlich oder südlich abweichen. Dennoch hat eine kleine Außenseiterschrift, die mir in die Hände fiel, seltsame Beobachtungen zu berichten:

"Wer Fixsterne an wichtigen Horoskopstellen hat, meist an Ecken oder in Lichterkonjunktion, aber auch in Konjunktion mit Geburtsgebieter oder sonst einem wichtigen Planeten, der erlangt öffentliche Bedeutung, der wird berühmt oder berüchtigt!"
"Die Fixsterne und ihre Bedeutung in der Geburts-Astrologie", kein Autor,
Hg. Hans Baumgartner, Warpke/P.Billerbek, Hannover

So die dürren Informationen.

Das Heft enthält auf 84 Seiten und einer Sterntabelle die wichtigsten Sterne und Sternhaufen. Es beschreibt Position und Charakter der Sterne und gibt einige Beispiele für Personen mit den entsprechenden Konstellationen. Es werden Hunderte von Berühmtheiten aufgeführt, die entsprechende Sterne an wichtigen Horoskopstellen hatten, an Aszendent, Sonne, Mond, Himmelsmitte, in Konjunktion mit Geburtsgebieter. Immer wieder Lottogewinner, Mörder, Mordopfer.

Kritisch sei angemerkt, daß es nötig wäre, in einer nachvollziehbaren Weise zu untersuchen, ob diese Daten signifikant sind, d.h., wie viele Menschen mit solchen Fixsternkonstellationen ein ruhiges und unauffälliges Leben geführt haben. Aber von solchen finden sich naturgemäß kaum Lebensdaten in den geschichtlichen Aufzeichnungen. Wer es interessant findet, sollte vielleicht selber die wichtigsten Fixsternpositionen in den von ihm beobachteten Horoskopen markieren und einfach mal schauen, ob was auffällt. Ich gebe die Position auf ganze Grade gerundet.

Algol26 StierWirkung: Mars/Saturn/Uranus
Sirius14 KrebsMars/Jupiter
Esel7 LöweMars/Sonne
Regulus29 LöweMars/Jupiter
Spica24 WaageMars/Merkur/Venus
Antares9 SchützeMars (der "Gegen-Mars")

Dies ist nur eine winzige Auswahl. Ich möchte auch nicht allzu viel aus diesem Heft zitieren, weil sonst jemand Angst bekommen könnte. Das aber sollte nicht sein. Ein Fixstern allein kann niemals Hinweis genug auf ein schweres Schicksal sein. Und selbst Menschen, deren Horoskop voller solcher Hinweise ist, meistern es manchmal besser als solche, denen die Trigone bündelweise in die Wiege gelegt sind.

Ich hoffe, mit diesen Bemerkungen etwas zur allgemeinen Diskussion beigetragen zu haben und bedanke mich sehr herzlich für das Interesse. Sollte das, was ich geschrieben habe, der Ergänzung oder Korrektur bedürfen, da vielleicht andere mehr über das Thema wissen, wäre ich dankbar, das zu erfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Eva-Maria von Nerling, Hamburg
E-Mail: creadevi@queries.de

   _______       ... ausgebrannt
   ___I___       von den Worten, die sich unbewacht
   I______       wider Ihren Willen in ihr mehrten
   I             immerfort umschrien und umflogen...
 / _______
   ______I                        R.M.Rilke
 / _______                        Eine Sibylle
   ______I



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