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Von Sonnenfinsternissen, Propheten und Prognosen

von Jens Ulrich Hauck, München



Zigeunerinnen lasen aus dem Kaffeesatz oder der Hand und einige Hellseher sahen die Zukunft in der Glaskugel. Wir haben es hier mit äußeren Hilfsmitteln zu tun, die es den einzelnen erlaubten, Rückschlüsse auf das vor ihnen liegende Potential an Ereignissen zu ziehen.
Dabei ist klar, dass manche Hilfsmittel, wie beispielsweise das I-Ging oder andere Orakelmethoden bei Einhaltung der überlieferten Rituale funktionierten und somit auch keine große Begabung beim Anwender voraussetzten. Dagegen ist z. B. eine Kristallkugel ein Mittel, welches tiefgehende Fähigkeiten bei der Anwenderin voraussetzt und wohl kaum bei Otto Normalmensch zu guten Ergebnissen führen wird.
Die wirklich im Einklang mit dem göttlichen Willen lebenden Hellsichtigen brauchten keine Mittel mehr, mit denen sie den Kontakt zur Akasha-Chronik, der Ebene, auf denen die universellen Ereignisse fixiert sind, herstellen konnten. Sie lebten so sehr im Einklang mit dem göttlichen Willen, mit dem Höheren Selbst, in der Verantwortung des Schicksals, dass die zukünftige und erst recht die vergangene Wahrheit un-mittel-bar wie ein offenes Buch vor ihnen lag.

Das alte Wissen um die Zusammenhänge von Schicksal und Charakter, von Zukunft und heutigem Verhalten ist im Zuge der sog. Aufklärung als Hinwendung zum Rationalen verloren gegangen und eine ungesunde Entwicklung hat sich breit gemacht, die zu Unbewusstheit führte und die Verbreitung diverser Krankheiten und ungeheure Zivilisationsprobleme mit sich brachte. Der Tanz um das goldene Kalb des Ego-Materialismus begann und ließ die Menschen die Verbindung zum Göttlichen immer mehr vergessen.
Forschen wir nun in der weit zurückliegenden Vergangenheit mit diversen nicht-wissenschaftlichen Mitteln nach, so finden wir immer wieder Zeiten, zu denen die Menschen sich zu einem Verhalten hinreißen ließen, welches ihrer ursprünglichen Göttlichkeit nicht mehr entsprach und letzten Endes, am Punkt größter Düsternis (geringster Moral) zu einer Korrektur von außen führte, die es ermöglichte, wieder ein Leben in Kraft und Wahrheit und Liebe zu verwirklichen.

Freiheit und Schicksal

Beschäftigen wir uns mit Prognosen, taucht immer wieder die Frage auf, inwieweit der Mensch sein Schicksal beeinflussen kann, denn manche Zeitgenossen bevorzugen den Glauben an den absolut freien Willen, während andere völlig schicksalsergeben eine festgelegte Unveränderlichkeit der persönlichen Zukunft postulieren.

Hier möchte ich das Handlesen ins Bewusstsein rufen, womit wir in groben Zügen, falls hier das Fachwissen vorhanden ist, unser zukünftiges Schicksal erkennen können. Jeder Handleser weiß, dass sich im Laufe der Jahre die Linien verändern. Es ist folglich klar: Unsere Zukunft steht nicht genau im Detail fest, sondern lässt sich je nach heutiger Lebens- und Denkweise zum Guten oder Schlechten hin beeinflussen. Ich darf in diesem Zusammenhang mein Empfinden kundtun, dass der Mensch nicht als unbeschriebenes Blatt auf die Welt kommt, sondern vorher Prägungen erhalten hat, die seinen Lebensweg im groben vorausbestimmen.

Bewusstwerdung

Aus dem Gesagten erkennen wir einerseits einen gewisse Unabänderlichkeit des Schicksals in unserem Leben und andererseits die Möglichkeit, Einzelheiten oder Lebensphasen - im Idealfall der Bewusstheit - in mehr Leichtigkeit und Glück oder "bessere" Erfahrungen zu verwandeln. Dies können wir erreichen, indem wir HEUTE anfangen, gesünder, bewusster und liebevoller zu handeln.

Unser alltägliches Tun und Lassen ist noch oft von alten Prägungen und psychischen Verletzungen aus der Kindheit oder späteren Zeiten beeinflusst. Solangen wir diese nicht abbauen durch mehr Bewussheit und Selbsterkenntnis, reagieren wir zwischenmenschlich oft auf ein und dieselbe ungute Weise, wodurch wir unnötige Schwierigkeiten bekommen. Wir erkennen dies an Problemen, die wir bereits vor zehn Jahren hatten und noch keineswegs besser geworden sind. Oft hilft hier der Gang zum - uns sympathischen - fähigen Astrologen, der die psychischen Zusammenhänge und Muster aufzeigt und darlegt, wie wir über das Gefühl alte Verhaltensschienen verlassen können. Mithilfe das Verstandes lassen sich bekanntlich Probleme nur sehr schwer lösen.

Die Zukunft liegt in unserer Hand!

In den letzten Jahren kommt vielen Menschen immer mehr ins Bewusstsein, dass der einzelne fähig werden kann, sein Schicksal, seine Zukunft, seinen Lebensweg mehr und mehr selbst zu bestimmen. Dabei gehen viele davon aus, dass auch unsere Gedanken eine ungeheure Wirkung auf unsere Zukunft haben. Wir werden zu dem, womit wir uns im Geiste besonders intensiv beschäftigen - wie sagte die Erfolgstrainerin Vera F. Birkenbihl so schön: Vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer!

Damit ist gemeint, dass wir unser großartiges Potential viel besser nutzen können, indem wir uns aufraffen hin zu mehr Aktivität und gezielt die Fähigkeit einsetzen, uns vor unnötigen Informationen abzugrenzen. Lassen wir uns von Katastrophenmeldungen zudröhnen, wird sich unsere Angst erstärken, dass uns etwas zustoßen könnte und womöglich geht noch unser letztes Quentchen Optimismus verloren. Statt dessen sollten wir uns viel mehr auf unser Potential und unsere großartigen Fähigkeiten besinnen - jeder von uns hat davon sehr viele, vielleicht sind sie nur nicht so gesellschaftlich anerkannt oder von der Umgebung unterdrückt worden.

Nutzen wir diese richtig, so können wir wieder ein Leben führen, welches unser ganzes Kraftpotential freisetzt und viel Selbstvertrauen gibt. Selbstvertrauen entsteht schließlich nicht dadurch, dass wir das tun, was andere wollen, uns selbst jedoch "gegen den Strich geht" - im Gegenteil. Es gilt also, darauf zu achten, auf welche Dinge im Leben wir unsere Aufmerksamkeit richten. Beschäftigen wir uns mit der Schönheit der Natur oder mit großartigen Lehren, so werden wir viel mehr Ausgeglichenheit in unserem Leben verspüren, was sich auch positiv auf die lieben Mitmenschen auswirken dürfte, denn dadurch treten wir anders auf.

Lichte und dunkle Prophezeiungen

Wir leben in der Welt der Polarität und nehmen subjektiv alles als gut oder schlecht wahr. Ähnlich verhält es sich auch mit den Prophezeiungen. Sehen wir genauer hin, so erkennen wir an der Diskrepanz zwischen der Polarität von Innen und Außen, ob uns eine Vorhersage gut tun kann oder nicht:

Es gibt Menschen, die krampfhaft nach Beachtung suchen, weil sie ihnen in der Kindheit anscheinend oft verweigert wurde. Andere Zeitgenossen wünschen überhaupt keine Beachtung - sie leben freiwillig im stillen Kämmerlein und tun ihre Weisheit nur demjenigen kund, der sie aus eigenem Antrieb heraus aufsucht. Hingegen finden wir also selbsternannte Hellseher, die endlich ihre Kasse zu füllen wünschen und bei jeder Gelegenheit die Presse zu sich einladen, um ihnen die neuesten Katastrophenprophezeiungen mitzuteilen - hoffend, dass diese eintreffen (vielleicht haben sie sie sogar aus Büchern abgelesen).

Andererseits gibt es Propheten, die wirklich großartige Fähigkeiten besitzen und vielen Menschen auf selbstlose Art geholfen haben. Diese scheuen meist die Öffentlichkeit und geben sich auch sonst sehr bescheiden. Aus ihrem ethischen Verantwortungsbewusstsein heraus würden diese keineswegs angstmachende Vorhersagen hinausposaunen, weil ihnen ganz einfach das psychische Wohlergehen der Mitmenschen viel wichtiger ist.

In diesem Zusammenhang gilt es zu bedenken, dass die Realisierung kollektiver Prognosen, die ganze Staaten betreffen, theoretisch verhindert werden könnte, wenn viele Volksmitglieder von dieser Prophezeiung erfahren würden. Deshalb gelten die Propheten im eigenen Lande nichts, wie es so schön heißt. Wir müssen uns klar machen, dass positive wie sog. "negative" Ereignisse einen höheren Sinn haben, sozusagen von den göttlichen Verwaltern des Schicksals abgesegnet sind.

Daher gibt es Schicksalsblockaden, die die Verbreitung von Prophezeiungen verhindern, welche sich auf schwierige kollektive Ereignisse beziehen. Jedoch genau diese Ereignisse - so makaber es erscheinen mag - können wohl bei Eintreffen derselben einen Bewusstseinssprung bei den Beteiligten bewirken. In diesem Zusammenhang darf ich daran erinnern, dass Unfälle geschehen, weil der Lebensweg der Beteiligten in eine Richtung führt, die für die Seelenentwicklung ungünstig ist. Daher ist es so unendlich wichtig, nach innen zu horchen und zu spüren, was die Seele - unabhängig von den Wünschen anderer - wirklich will.

Richten wir den Blick nach Außen, so finden wir nur die Marktschreier, die auf der Basis des Ich vorankommen wollen und uns alle möglichen Verlockungen darbieten. Gehen wir dagegen immer mehr nach innen, zu unserem inneren Heiligtum, unserem Höheren Selbst, so erkennen wir die Wahrheit und finden wieder zurück zu unserem Lebensweg im Einklang mit dem göttlichen Willen, genauso wie die bescheidenen Propheten, die die Öffentlichkeit scheuen. Wir erkennen so immer mehr, dass das Wissen in uns ist und auch die Gurus nur Wegbegleiter auf dem Teilstück des Pfades ins Licht sind. Manchmal mögen sie hilfreich sein, aber irgendwann brauchen wir sie nicht mehr, wenn unser Leben voller Leichtigkeit, Kraft und Klarheit, mit Weisheit und Fülle angereichert ist und viele Menschen zu uns herströmen - und nur dann!

Aus dem bisher gesagten wird uns immer klarer, dass es nicht sehr sinnvoll ist, kollektive Prognosen öffentlich hinauszuposaunen, insbesondere dann nicht, wenn Möglichkeiten bestehen, diese zu verhindern. Dies gilt also beispielsweise für Vorhersagen, die Ereignisse betreffen, welche auf Grund technischer Störungen eintreten. Dagegen könnten solche, die Naturkatastrophen betreffen, hauptsächlich die Gefahr für Leib und Leben der Menschen verringern, die Sachbeschädigungen allerdings nicht.

Psychische Auswirkungen

Geht jemand zur Kartenlegerin und lässt sich die zukünftigen Ereignisse ungefähr aufdröseln, so hat dies eine bestimmte Wirkung auf seine Psyche, über die manche noch gar nicht so genau nachgedacht haben. Wurden ihm lauter Schwierigkeiten vorhergesagt, so wird er sich zunehmend ängstigen und ständig Gedanken um sein zukünftiges Wohl machen. Dies dürfte ihm viel Energie nehmen und dazu führen, dass er die nötigen Schritte für die Realisation einer besseren Zukunft nicht macht.

In diesem Zusammenhang wird oft die "Selffulfilling Prophecy" zitiert, also die sich selbst erfüllende Prophezeiung. Dies ist auch eines von diesen zweischneidigen Schwertern. Ist der Hellseher gut, so kann ein Laie theoretisch bei oberflächlicher Betrachtung ständig von sich selbst erfüllenden Prophezeiungen sprechen. Ist der Kartenleger dagegen unfähig oder hat einen schlechten Tag, so sagt der rational denkende Laie, dass Hellseherei oder das Kartenlegen in Wirklichkeit gar nicht funktioniere.

Eines ist auf jeden Fall klar: Der Klient handelt anders, wenn er eine Vorhersage im Hinterkopf hat, als wenn er sich völlig frei ins Leben stürzen würde. Die Kartenleger, Hellseher, Handleser, Kaffeesatzleser und Astrologen haben hier eine große Verantwortung. Ich möchte die Empfehlung aussprechen, dass sich alle aus der Garde mehr darauf besinnen sollten, die bisher ungenutzten Potentiale zusammen mit ihren Klienten auszumachen, statt die Leute auf ein psychisches Gleis zu fixieren, aus welchem manche nur schwer wieder herausfinden. Denn auch rein positive Vorhersagen können dazu verleiten, die Hände in den Schoß zu legen, sich gemütlich zurückzulehnen und nichts mehr zu tun, denn "das Glück kommt ja schon von alleine zu mir"??

Alle Astrologen wissen, dass gute Konstellationen allein noch kein Glück erzwingen müssen. Es hängt ganz stark davon ab, was der Einzelne aus seinen Möglichkeiten macht. Umgekehrt müssen schwierige Transite nicht nur Probleme mit sich bringen, sondern können bei einer optimistischen Lebenseinstellung durch Leistung in höhere Bewusstwerdung umgesetzt werden. Man kann es als Ansporn sehen, ein bestimmtes Thema in seinen Charakter-Rohdiamant zu integrieren, bis er einst zu einem wunderbaren Edelstein geschliffen sein wird und die Seele Reifung erlangt hat.

Erst dann ist der Mensch fähig, sich ohne psychische Erschütterungen mit schwierigen Prophezeiungen zu beschäftigen. Vorher gilt es, sich ganz genau zu hinterfragen, aus welchen Gründen man eigentlich die Zukunft kennen "muss". Möchte man nur Sicherheit haben und geht man insgeheim dem wahren Leben, der Spontanität und dem Hier und Jetzt aus dem Weg, so sollte man lieber dreimal überlegen, ob man sich wirklich von jemandem die Zukunft deuten lassen will. Denn solange wir an Idealen verhaftet sind, ist unser psychischer Schleuderkurs heftiger, wenn wir von ihnen wieder lassen müssen, als wenn wir den morgigen Tag genauso locker und lustig beginnen können, obwohl die Ideale oder der Besitz nicht mehr vorhanden sind. Wir haben die freie Wahl zwischen Saturn und Uranus, zwischen irdischer Verhaftung und der Freiheit des Augenblicks.

Dies gilt auch für alle Prophezeiungen, die im Zusammenhang mit der Jahrtausendwende gemacht werden. Hier finden wir besonders die große Sonnenfinsternis vom 11. August 1999, die ein ganz ungeheures Potential an Kraftentfaltung und Erneuerung beinhaltet. Auch hier sollten wir unseren Blick verstärkt auf die positiven Potentiale einer globalen Veränderung werfen und uns nicht auf Ängste fixieren, sondern daran denken, welch großartige Zeiten uns bevorstehen, wenn alte Probleme, die heute noch in den Zeitungen herumgeistern, längst Schnee von gestern sind, weil eine grundlegende Wandlung stattgefunden haben wird.

Möge nun jeder für sich entscheiden, ob er zum Hellseher geht, der die nahen Ereignisse voraussieht, aber den Zeitpunkt nicht genau sagen kann, oder ob er den Astrologen aufsucht, der die Charakterstruktur im Selbsterkenntnisprozess sichtbar macht, Ereignisse ungefähr abzuschätzen weiss und recht genau die Zeiträume sehen kann - wenn man erkennt, dass alles gut ist wie es ist und trotzdem aktiv handelt, um sein Leben in bessere Bahnen zu lenken, dann wird sich ein Blick in die Handlinien, in die Zukunft oder in das persönliche Radixhoroskop meistens lohnen.

Wer hierzu oder zum Sonnenfinsternishoroskop weitere Informationen möchte, möge mir ein E-Mail schicken oder mich telefonisch konsultieren.

Jens Ulrich Hauck


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© Copyright 1999 Jens Ulrich Hauck / astrologix - by TJK [02/Jun/99]