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Aussagegrenzen der Astrologie


Der folgende Artikel von Rudolf Schauperl ist die Zusammenfassung einer Diskussion (!) im FAZ-Forum, welche im Januar 1997 zwischen Rita Schmitz, Rudolf und mir (TJK) dort stattfand.


Ich neige zu der Auffassung, daß das Horoskop eine Struktur darstellt und zwar eine sehr allgemeine und komplexe. Dieses Strukturbild bekommt seine konkrete Form erst durch Eingrenzungen - ich nenne sie Randbedingungen. Wir müssen bei der Auslegung eines Horoskops wissen, ob wir es auf ein Volk (Mundanastrologie) anwenden wollen, einen Menschen, ein Tier, eine Pflanze oder ein Mineral und sicherlich gibt es noch andere Objekte.

Nähern wir uns auf diese Weise der Frage, was kann ein Horoskop aussagen und was nicht, so ergeben sich bei dieser Betrachtungsweise die Aussagegrenzen fast von alleine aus den Randbedingungen. Der Vergleich der menschlichen Randbedingungen mit denen eines Tieres oder einer Pflanze öffnet uns für eine Betrachtungsweise, so daß wir zurückkehrend zum Menschen, nun klar die Aussagegrenzen, wie sie Thomas Ring versteht, begreifen können. Ich setze diese als bekannt voraus und möchte diese an einigen Beispielen erläutern.

- Aussagen zur Intelligenz
Der Intelligenzgrad (IQ) ist nicht ablesbar im Horoskop, wohl aber die ART der Intelligenz, beispielsweise ob eher auf praktische oder theoretische Dinge gerichtet. Wiederum ist der GRAD der praktischen oder theoretischen Intelligenz nicht ablesbar. Nun verstehen wir unter Intelligenz ja eine ganze Menge: Die Fähigkeit, mit mathematischen Begriffen umzugehen, kombinatorische Fähigkeiten, räumliches Vorstellungsvermögen und Sprachgewandtheit. Auch werden oft intuitive Fähigkeiten, die ich nicht zum Verstand zugehörig betrachte, ebenfalls unter dem Begriff Intelligenz verstanden. Es ist das Erbgut, das auf die Welt mitgebrachte Niveau, die genossene Ausbildung, die Prägung durch die Umwelt und die Willenskraft, die schließlich das Ergebnis Intelligenz, die sich auch im Laufe des Lebens ändert, wesentlich mitbestimmen.

- Aussagen zum Willen
Wir können im Horoskop nicht ablesen, ob jemand willensstark oder willensschwach ist. Jedoch sind Aussagen über die Ausbildung und Anwendung des Willens über eine Zeitdauer möglich, beispielsweise ob jemand seine ganze Kraft am Anfang einsetzt und dann das Interesse verliert oder ob er verhalten beginnt, aber lange durchhält. Ebenso sind Aussagen möglich über die Art und Weise, WIE er seinen Willen einsetzt, ob er beispielsweise bei der Verfolgung seiner Interessen sich an seiner Umgebung orientiert oder nicht.

- Aussagen zur Kommunikationsfähigkeit und zum Kontaktvermögen
Wir können keine Aussage machen, ob jemand gestört in seiner Kommunikationsfähigkeit ist oder nicht, ob jemand stark kommuniziert oder überhaupt nicht, wohl aber, ob er eine Neigung oder Vorliebe dazu hat. Wir können die ART UND WEISE ablesen, ob jemand eine Vorliebe zu Kontakten hat, ob er eher zurückhaltend, reserviert ist oder zur Offenheit und freimütigen Kommunikation neigt.

- Aussagen zum Beruf
Die Berufswahl, der ausgeübte Beruf kann nicht abgelesen werden, hingegen sind Aussagen möglich, ob die Persönlichkeitsstruktur mit bestimmten Berufsbildern besser oder schlechter korreliert. In diesem Sinne kann man zu bestimmten Berufen raten.

Ich gebe zu, diese Beispiele, gerade die drei ersten, sind zwar einleuchtend, doch erklären sie bei weitem nicht hinreichend das Thema Aussagegrenzen, sie zeigen die Richtung an, in die gedacht werden sollte, wenn die These, daß ein Horoskop nur eine Struktur darstellt, akzeptiert wird.

Der primitive Mensch und der Weise, der Verbrecher und der Wohltäter mögen identische Geburtsbilder besitzen, wie groß ist dennoch der Unterschied zwischen ihnen. Erst wenn wir ein Horoskop als Struktur verstehen, das durch Randbedingungen seine konkrete Form erhält, kann verstanden werden, warum astrologische Aussagen zum gleichen Horoskop so stark divergieren können.

Mit herzlichen Grüßen,

Rudolf Schauperl, im Januar 1997

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