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Project Hindsight:
Main focus is the restoration of the astrology of the Hellenistic period (300 B.C.E. to about 600 C.E.). This is the astrology that developed in Egypt and the surrounding Mediterranean area after the Alexandrian conquest and through the Roman period. It is the primary source for all later Western astrology. We believe that we are the first to have restored this ancient discipline to its original form.

==> Project Hindsight

 

Text Copyright 1996 © by Robert Hand
Posted in the Newsgroup alt.astrology in February and March 1996

Übersetzung von Saxer Andrea

Die Einführung des Autors

Was ich hier tun werde, ist ähnlich dem, was ich schon bei Prodigy getan habe. Ich werde über die Entdeckungen und das Wissen der antiken und mittelalterlichen Astrologie sprechen. Der Hauptunterschied zwischen diesem Artikel und jenen auf Prodigy ist, dass diese etwas technischer sein werden. Ich weiss, dass nicht jeder im Bereich der antiken Astrologie ein Experte ist, aber eigentlich müssen Sie nicht ein Experte sein, um die alte Astrologie zu verstehen. Jene, die gerechtfertigt "Experten" in der modernen Astrologie genannt werden können, haben im Grunde gleichviel zu lernen wie Anfänger. Die einzelnen (Einfügung des Übersetzers) Begriffe sind ziemlich einfach, werden aber beim Zusammenfügen komplizierter. Dies sollte jedoch keine Überraschung sein, denn es trifft ja gleichfalls auf die moderne Astrologie zu.

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Das Glückslos oder der Glückspunkt

1. Teil

Die meisten Astrologen begegnen dem Glückspunkt (oder "Glücksplatz", wie ihn die Griechen nannten), wissen aber nur wenig damit anzufangen. Die moderne Literatur hierzu hilft dabei wenig, tendiert sie doch dahin, daraus ein sehr abstraktes Symbol zu machen, etwas "Karmisches". Um die Dinge noch weiter zu komplizieren: Es ist jetzt klar, dass für näherungsweise 50% aller Leute der Glückspunkt falsch berechnet wird, nämlich bei all jenen Menschen, die in der Nacht zwischen Sonnenuntergang und -aufgang geboren wurden. Hierauf komme ich gleich zu sprechen. Der Glückspunkt wird in der folgenden Weise berechnet:

Tagesgeburt: ==> Glückspunkt = Aszendent + Mond - Sonne
Nachtgeburt: ==> Glückspunkt = Aszendent + Sonne - Mond

Diese Formeln sollten in der folgenden Weise interpretiert werden: Berechne die Länge vom Aszendenten, jene vom Mond sowie jene von der Sonne, indem du sie von 0 Grad Widder aus zählst. Dies wird gemäss der folgenden Tabelle gemacht.

Widder:  blank addiere 0  blank Waage:  blank addiere 180
Stier: addiere 30 Skorpion: addiere 210
Zwilling: addiere 60 Schütze: addiere 240
Krebs: addiere 90 Steinbock: addiere 270
Löwe: addiere 120 Wassermann: addiere 300
Jungfrau: addiere 150 Fische: addiere 330

Nehmen wir an, jemand hat den Aszendenten in 20° Jungfrau, einen Mond von 4° Widder, und eine Sonne auf 17° Wassermann. Ein Aszendent von 20° Jungfrau bedeutet einen Deszendenten auf 20° Fische. Weil die Sonne zwischen dem Aszendenten und dem Deszendenten liegt, ist dies eine Nachtgeburt und darum gebrauchen wir die Formel für Nachtgeburten.

Aszendent 20° Jungfrau + 150 = 170
Sonne 17° Wassermann + 300 = 317
Mond 4° Widder + 0 = 4

Glückspunkt = 170 + 317 - 4 = 483. Dies ist mehr als 360°; wir ziehen 360° ab vom Total: 483 - 360 = 123. Der Glückspunkt ist in 3° Löwe.

Wäre die Sonne auf 9° Krebs mit gleichem Aszendenten und Mond, dann zeigte das Schaubild eine Tagesgeburt und wir würden die Formel für Tagesgeburten gebrauchen.

Aszendent 20° Jungfrau + 150 = 170
Mond 4° Widder + 0 = 4
Sonne 9° Krebs + 90 = 99

Glückspunkt = 170 + 4 - 99 = 75. Das Ergebnis ist weniger als 360°, so dass wir nichts weiter zu verändern brauchen. Dies ergibt einen Glückspunkt von 15° Zwillinge.

Der Grund, warum für die meisten in der Nacht geborenen Menschen, ein falscher Glückspunkt berechnet wird, liegt darin, dass die meisten der modernen Autoritäten auf dem Gebiet der Astrologie auch bei Nachtgeburten die Formel für Taggeburten benutzt haben! Dies geschah, weil angeblich eine frühere Autorität, nämlich Ptolemäus, alle Horoskope mit der Formel für die Tagesgeburten zu berechnen empfahl. Wir sind nun aufgrund unserer neuen Übersetzungen der Schriften des Ptolemäus und seiner früheren Kommentatoren ziemlich sicher, dass er dies nicht beabsichtigte. Die meisten anderen, früheren Quellen empfahlen die Tagesformel für Tagesgeburten, die Nachtformel für Nachtgeburten, so machten es auch die mittelalterlichen Astrologen. Und diese Leute wussten mit dem Glückspunkt etwas anzufangen.

Lassen Sie mich diesen Abschnitt mit einer sehr kurzen Beschreibung dessen abschliessen, was der Glückspunkt bedeutet. Der Glückspunkt wird gebraucht, um die grundsätzliche Art zu beschreiben, in der das Individuum mit der es umgebenden Welt verbunden ist. Es ist einer der Indikatoren für Körper und Gesundheit, und er ist der primäre Indikator für Prosperität wie auch für Karriere, soweit sie eine Beziehung zur Prosperität hat. Die Methode, in welcher Weise er verwendet wird, kommt aber ein wenig überraschend. Dies ist eine der wichtigsten Entdeckungen, die das PROJEKT HINDSIGHT gemacht hat. In meinem nächsten Abschnitt gehe ich darauf ein.

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Das Glückslos oder der Glückspunkt

Teil 2

Bis hierher beschrieb ich die Methode der Berechnung des Glückspunktes und äusserte weniges darüber, was er bedeutet, dass er der Schlüssel zum Verständnis von Prosperität und Karriere des Nativen war. In diesem Teil werde ich weiter in seinen Symbolismus eindringen und mehr dazu sagen, wie man ihn gemäss den Griechen korrekt gebraucht.

Wie ich bereits erwähnt habe, der Glückspunkt ist ein primärer Indikator von Prosperität, aber er ist zugleich mehr als das. Er ist aus den Längen von Sonne, Mond und Aszendent berechnet, entsteht also darum aus den drei wichtigsten Komponenten des Horoskops (darüber hinaus ist nur noch der MC ebenso wichtig) und als Resultat ist darum ebenso bedeutend, wie es jeweils die Komponenten sind. In der modernen Astrologie gibt es die Tendenz, den Glückspunkt als weniger wichtige Komponenten im Horoskop zu betrachten, was aber bei den alten Astrologen nicht der Fall war.

In der früheren Astrologie ist der Aszendent der primäre Indikator des physischen Leibes und der Gesundheit. Der Mond ist gleichfalls ein sehr wichtiger sekundärer Indikator für den Körper. Aber es gibt zwischen diesen beiden einen Unterschied. Der Aszendent wurde für den Körper auf seiner physischsten und materiellsten Ebene in Betracht gezogen. Der Mond stand für den lebenden Aspekt des Körpers, tatsächlich also die Seele, aber eine Seele, die in einem physischen Leib inkarniert war. Der Glückspunkt, aus diesen beiden zusammen mit der Sonne errechnet, ist demnach ein Indikator des lebenden, physischen Körpers und seiner Beziehung zur physischen und sozialen Welt, in welcher der Native lebt. Sein Potential, Prosperität anzuzeigen, rührt von hier her. Ist der Glückspunkt gut platziert, dann ist die Beziehung zwischen Nativem und der physischen wie auch der sozialen Welt, in der er oder sie lebt, eine, welche den Nativen unterstützt und es ihm ermöglicht, gut zu leben. Erscheint der Glückspunkt unter schlechten Bedingungen, dann hat der Native in Beziehung auf die Welt, die ihn trägt, eine schwierigere Zeit. Gleiches kann über den Glückspunkt im Zusammenhang mit der Gesundheit ausgesagt werden.

Wie auch immer, bei beiden Bereichen muss man im Auge behalten, dass nicht einmal der Glückspunkt selber als Totalindikator irgend eines Lebensbereiches genommen werden kann. Für die Gesundheit muss man auch den Aszendenten und dessen Herrscher, wie auch den Mond mit seinem Herrscher beachten (i. O.: "For health one must also look at the Ascendant, its ruler, the Moon and its ruler." Anmerkung des Übersetzers). Auch das sechste, beziehungsweise das achte Haus als Indikatoren für Krankheit, respektive für Tod haben grosse Aussagekraft für die Gesundheit. Im Bereich materiellen Wohlstands sollte man auch das 2. und das 10. Haus wie auch ihre jeweiligen Herrscher anschauen.

Dies nun vorausgeschickt, wie auch immer, der Glückspunkt ist dann gut platziert, wenn dort günstige und herausgehobene Planeten mit ihm im selben Zeichen stehen (die Tatsache, dass hier "Zeichen" gemeint ist, ist sehr wichtig, wie später gesehen werden wird), oder wenn diese gleiche Art von Planeten ("günstige" und "herausgehobene"; Anm. d. Übersetzers) den Glückspunkt aspektieren (Bemerkung: wenn die Begriffe "günstig" und "herausgehoben" Ihnen fremd sind, sie werden am Ende dieses Artikels erklärt werden.) Es wurde ebenfalls gesagt, dass es dem Glückspunkt hilft, wenn er in einem von günstigen Planeten beherrschten Zeichen liegt, und einem jeden Punkt im Horoskop hilft es, wenn er sich in einem Zeichen befindet, das von einem herausgehobenen Planeten beherrscht wird.

Der Glückspunkt ist nicht so gut platziert, wenn er sich in einem Zeichen mit ungünstigen Planeten befindet, besonders dann, wenn die ungünstigen Planeten noch geschwächt (i. O.: "debilitated" was den auf deutsch gebräuchlichen Begriffen von "exiliert" und "Fall" entspricht; Anm. d. Übersetzers) sind. Quadrate, Oppositionen, und Konjunktionen mit ungünstigen Planeten sind ebenfalls als nicht sehr gut anzusehen. Als moderner Astrologe meine ich nicht, dass solche Indikationen Armut oder schlechte Gesundheit bedeuten würden, vielmehr bedeuten sie, dass der Native härter zu arbeiten hat oder dass er eine engere Auswahl möglicher Wege hin zum Erfolg besitzt. Das Ergebnis kann aber auch nach jenen zwei Einschränkungen immer noch sehr positiv sein.

Lasse Sie mich zum Schluss dieses Abschnitts sagen, dass der Glückspunkt nicht lediglich ein Punkt wie etwa Planeten oder Kontenpunkte ist. Er ist der Beginn eines Haussystems. Das Zeichen des Glückspunktes ist das erste Haus des GLÜCKS-SYSTEMS, und das erste Haus des GLÜCKS-SYSTEMS erstreckt sich von 0 Grad bis 30 Grad jenes Hauses, in dem sich der Glückspunkt befindet. Und jedes der anderen Häuser des GLÜCKS-SYSTEMS erstreckt sich ebenfalls von 0 Grad bis 30 Grad des betreffenden Zeichens. Im nächsten Teil werde ich beschreiben, was die alten Astrologen darüber sagten, wie mit diesen Häusern umgegangen werden sollte.


Begriffserklärungen:

Günstige (i. O. Benefics; Anm. des Übersetzers)
Ein Planet, der leicht Resultate produziert, welche generell als günstig oder "gut" betrachtet werden. Ob diese Resultate wirklich gut für den Nativen sind, wird nur im Laufe der Zeit klar. Sicher ist, dass günstige Planeten gewünschte Ergebnisse meistens leichter erbringen als ungünstige (siehe Eintrag "Ungünstige"). Die natürlicherweise günstigen Planeten sind Venus, Jupiter, die Sonne bei Aspekten, die auf 120° und 60° aufbauen, sowie jeder Planet, der gut aspektiert und herausgehoben ist (siehe folgenden Eintrag "Herausgehoben oder geschwächt").

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Ungünstige (i. O. Malefics; Anm. des Übersetzers)
Ein Planet, der nicht leicht Resultate liefert, die als "gut" bezeichnet werden. Generell gesprochen sind ungünstige Planeten nicht so sehr "schlecht", vielmehr erfordern sie mehr Nachdenken, mehr Bewusstsein, und mehr Fähigkeit, das Leben einzurichten, als es die günstigen in den meisten Fällen tun. Tatsächlich sind die zwei hauptsächlich als ungünstig bezeichneten Planeten, Mars und Saturn, notwendig zur Ausbildung von Charakter und Stärke. Aber jeder der beiden, ohne Bewusstsein gehandhabt, führt zu weniger als glücklichen Resultaten. Die natürlich ungünstigen Planeten sind Mars, Saturn, und - bei Konjunktion nur - die Sonne.

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Genereller Kommentar über beide, günstige und ungünstige
Ob ein Planet günstig oder ungünstig ist, hängt letzten Endes an einer Anzahl von Faktoren. Planeten, die zur einen oder anderen Kategorie natürlicherweise gehören, können durch andere Umstände im Horoskop in das Gegenteil umgewandelt werden. Man kann nicht annehmen, dass Venus und Jupiter immer gute Resultate produzieren werden, und dass Saturn sowie Mars immer schlechte Resultate liefern. Dies ist eine alte Klassifikation und muss heute ein wenig freier verstanden werden. Am Ende mag ich Ptolemäus' Definition der Begriffe am besten. Nach Ptolemäus ist ein günstiger Planet einer, dessen natürlicher Einfluss zu Mässigung und zu Gleichgewicht führt. Ein ungünstiger ist einer, dessen natürlicher Einfluss zu Extremen und Ungleichgewicht beiträgt.

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Herausgehoben oder geschwächt
Planeten mögen in zahlreichen Varianten herausgehoben ("stärker gemacht") oder geschwächt (geschwächt) sein. In diesem Artikel beziehe ich mich auf "herausgehoben" und "geschwächt" hauptsächlich durch das Zeichen. Planeten sind herausgehoben, wenn sie in Zeichen stehen, in denen sie entweder herrschen oder erhöht (i. O. "exalted" Anm. d. Verf.) sind. Geschwächt sind sie, wenn sie sich in Zeichen befinden, die den herausgehobenen oder dem Domizil gegenüber liegen. Jeder reguläre Anfängertext der Astrologie listet die entsprechenden Zeichen für die verschiedenen Planeten auf. Es gibt natürlich auch noch andere Heraushebungen und Schwächungen. Siehe Lee Lehman, Essential Dignities, Whitford Press.
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Das Glückslos oder der Glückspunkt

Teil 3

Wenn der Glückspunkt eine Markierung für ein erstes Haus ist, dann ist unsere natürliche Tendenz als moderne Astrologen jene, den Grad des Glückspunkt als die Spitze eines ersten Hauses zu erklären und vom Glückspunkt aus gleichmässige Häuser zu errichten, dabei den Glückspunkt als Aszendenten benutzend. Wie auch immer, was wir so weit im Material des PROJEKTS HINDSIGHT darüber fanden, was die früheren Astrologen eigentlich taten, war davon ein wenig verschieden. Und was sie taten, war charakteristisch für Hauseinteilungen in all den alten Texten generell, eingeschlossen - wir wissen es jetzt - Ptolemäus selbst. Wie ich bereits bemerkt habe, wurden die Häuser des GLÜCKS-SYSTEMS von 0 Grad bis 30 Grad jenes Zeichens aus gemessen, in dem sich der Glückspunkt befand. Diese Praktik, die Ganzzeichenhauseineilung genannt wurde, benutzte man nicht nur mit dem Glückspunkt, sondern auch mit dem Aszendenten selber! Das ganze moderne Problem der Häusereinteilung existierte nicht für die Alten. Sie betrachteten die Zeichen nicht als unterschiedlich von den Häusern. Die Häuser waren einfach Rollen, welche die Zeichen annahmen, abhängig von ihrem Bezug zu jenem Punkt, welcher eines der Zeichen als das erste Haus oder als den ersten Platz ("Platz" ist die richtige Übersetzung des Wortes, das die Alten für unseren Begriff "Haus" benutzten) markiert. Jener Markierungspunkt wurde auf Griechisch horoskopos genannt.

Wenn dieses Wort bekannt klingt, dann sollte es so sein. Es ist die Basis des Wortes "Horoskop" und es meint wörtlich "Stundenmarkierer", nicht "Schauer der Stunden", wie in den Texten oft behauptet wird. Der Stundenmarkierer war jeder Punkt, der die Fähigkeit besass, ein Zeichen als das erste Haus oder als den ersten Platz eines bestimmten Zwecks zu markieren. In der modernen Astrologie kennen wir die Sonnen-Zeichen Astrologie, eine Technik, die nicht gerade weit herum akzeptiert wird unter professionellen Astrologen. In der Sonnen-Zeichen Astrologie sehen wir noch eine frühere Praktik in einem modernen Kontext gebraucht (schlicht um sicher zu sein). In der Sonnen-Zeichen Astrologie ist die Sonne ein horoskopos in genau der antiken Art: es markiert das Zeichen, in dem die Sonne steht, als ein erstes Haus oder als den ersten Platz. Alle anderen Zeichen wurden zu Häusern oder Plätzen mit Beziehung auf das Zeichen mit der Sonne drin. Das einzige Problem mit der modernen Sonnen-Zeichen Astrologie ist, dass man vom Solar-Horoskop annahm, es hätte dazu gedient, den Vater des Nativen zu beschrieben - nicht den Nativen selber - und auch nur dann, wenn der Native während des Tages geboren war.

Die Alten im Westen gebrauchten den Aszendenten und den Glückspunkt als die hautsächlichen Stundenmarkierungen. Die Alten des Osten in Indien gebrauchten den Aszendenten und den Mond als die primäre Stundenmarkierung. Interessant ist hierbei, dass der Glückspunkt ein Punkt ist, der mit dem Mond assoziiert wurde. Offensichtlich stehen diese Praktiken in Zusammenhang.

Das folgende ist ein Zitat von Paulus Alexandrinus, ein Autor des 4. Jahrhunderts:

"Und Glück (= der Glückspunkt; Verdeutlichung d. Übers.) bezeichnet alles, was den Körper betrifft, und was einer im Verlaufe des Lebens tut. Es zeigt Besitztümer an, Reputation und Privilegien."

Und Vettius Valens, der etwa zur selben Zeit wie Ptolemäus lebte, schrieb das Folgende:

"Das Los (= der Glückspunkt; Verdeutlichung d. Übers.) selbst wird die Macht des Horoskopos besitzen, diejenige des Lebens; das 10. Zodiak-Zeichen von diesem aus die Kraft der Himmelsmitte, jene von Ansehen; das 7. die Kraft des Deszendenten; das 4. jene des unterirdischen Zeichens, und die restlichen Plätze besitzen die Kraft der 12 Regionen."

An einer anderen Stelle schreibt er "Wir haben auch den 11. Platz [Die Zeichen als Häuser gezählt] vom Glückspunkt aus als ein nach Besitz strebender gefunden, als ein Schenker von Besitz und Gütern, und speziell, wenn günstige Planeten darauf sind oder ihn bezeugen (aspektieren; Verdeutlichung d. Übers.)."

Diese Feststellungen halten sich auch in der Praxis. Ich fand heraus, dass das Zeichen des Glückspunktes und sein Herrscher sehr gute Informationen über Beruf geben, wie er in Beziehung zum Geld-Verdienen in Zusammenhang mit dem 10. Haus (gezählt in der üblichen Art vom Aszendenten aus) steht. Das 10. Zeichen vom Glückspunkt aus ist ebenfalls sehr gut, um bei der Beschreibung der aktuellen sozialen Rolle, der die Beschäftigung dient, zu helfen. Das elfte Zeichen vom Glückspunkt aus hat eine spezielle Rolle in der Bestimmung, wie gut und auf welche Weise jemand Geld verdient. Astrologen, die eigentlich Geld durch Astrologie verdienen, wurden als solche mit Merkur im Zeichen des Glückspunktes oder im elften Zeichen vom Glückspunkt aus gesehen, oder er beherrscht eines der beiden. Merkur ist der frühere Beherrscher der Astrologie, bevor Uranus entdeckt wurde. Ich möchte hier sagen, dass es immer noch funktioniert. Die alten Autoren sagten ebenfalls, dass das Glücksrad und die von ihm abgeleiteten Häuser mit dem Körper zu tun haben, Gesundheit und Aktivitäten, die spontan oder auf einer emotionalen Basis getan werden.

Ein anderes interessantes Haus im GLÜCKS-SYSTEM ist das siebte. Während es etwas mit Beziehungen zu tun haben mag, scheint sein primärer Symbolismus von seiner Opposition zum Glückspunkt selber aus abgeleitet worden zu sein. Und seine Bedeutung ist stärker, wenn ein Punkt im 7. Platz (vom Glückspunkt aus gezählt) näher zur genauen Opposition des Glückspunktes steht. Eine der ältesten Bedeutungen des siebten Hauses war der Tod, weil die Sonne dort untergeht und ihr Licht dort erlischt. Das 7. Haus im GLÜCKS-SYSTEM ist selbstverständlich kein Punkt des Sonnenuntergangs, da aber der Glückspunkt etwas zu tun hat mit dem Körper, scheint die Opposition zum Glückspunkt etwas mit Krankheit und mit physischen Problemen zu tun zu haben.

Es braucht sehr viel mehr Beschäftigung mit dem Glückspunkt, und dies kann nur als ein Vorgeschmack angesehen werden. Wie auch immer, wir sind noch nicht fertig mit allen Punkten. Es gibt ebenso viele andere Punkte, und viele von ihnen dienen auch als Stundenmarkierungen. Wir werden einige davon in dem nächsten Abschnitt kennen lernen.

Eine abschliessende Bemerkung: alle Passagen in diesem Text stammen von Übersetzungen alter Texte aus dem PROJECT HINDSIGHT, ausser es ist anders bezeichnet.

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Das Glückslos oder der Glückspunkt

Teil 4

Wir kommen nun zu einigen der anderen Punkte. Bis zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Schrift haben wir zwei Dutzend Punkte gefunden, die von ägyptischen Quellen kommen. Dies sollte ein für alle Mal die Vorstellung ausräumen, dass die Punkte arabisch seien. Die meisten stammen aus einem Buch, genannt Panaretos, welches auf den Hermes Trismegistos zurückgeführt wurde. Er ist ohne Zweifel eine legendäre Figur ohne historische Grundlage, aber alles, was ihm vor dem Mittelalter zuerkannt wurde, kann sicher hellenistisch-ägyptischen Quellen zugeschrieben werden. Der Glückspunkt wurde den ebenfalls legendären Nechepso und Petosiris, einem legendäreren Pharao und seinem Priester, zugeschrieben.

Zuerst einmal, mehrere dieser Punkte wurden Planeten zugeschrieben. Davon wurde, wie ich bemerkt habe, der Glückspunkt dem Mond korreliert, der Geistespunkt der Sonne. Der Geistespunkt ist der zweit wichtigste Punkt. Seine Formel ist sehr einfach. Es ist die gleiche wie jene des Glückspunktes, aber mit der Sonnen- und Mondposition in der Formel vertauscht. Darum ist die Formel für den Geistespunkt für Taggeborene die gleiche wie die Formel für den Glückspunkt von Nachtgeborenen, und umgekehrt. Die folgenden Formeln sollten dies klar machen.

Glückspunkt
Tagesgeburt: Glückspunkt = Aszendent + Mond - Sonne
Nachtgeburt: Glückspunkt = Aszendent + Sonne - Mond

Geistespunkt
Tagesgeburt: Geistespunkt = Aszendent + Sonne - Mond
Nachtgeburt: Geistespunkt = Aszendent + Mond - Sonne

Leute, die bei Nacht geboren wurden und den Glückspunkt gebraucht haben, wie er von den meisten Software- und Computerdiensten berechnet wird, haben eigentlich den Geistespunkt verwendet. Der Geistespunkt ist ein Punkt, der starke psychologische und spirituelle Obertöne hat, ungleich dem sehr auf dem physischen Plane aufbauenden Glückspunkt. Der Geistespunkt hat mit der Natur des Willens zu tun, damit, was man beabsichtigst (im Gegensatz zu dem, was dir bloss widerfährt), und hat ebenfalls sehr viel mit Karriere zu tun, Karriere jedoch im Sinne einer eigenen Idee darüber, was einer in der Welt darstellt. Er hat auch mit Krankheit zu tun wie der Glückspunkt, aber es scheint, dass wir im Zusammenhang mit dem Geistespunkt über spirituelle, im Gegensatz zu physischen Grundlagen von Krankheit sprechen. Ungleich dem Glückspunkt scheint es, dass man den Geistespunkt nicht oft als eine Markierung für das erste Haus verwendet hat. Paulus Alexandrinus sagt das Folgende über den Geistespunkt: "Geist (der Geistespunkt; Erläuterung des Übersetzers) ist zufälligerweise der Herr der Seele, des Naturells, von Geistigkeit und von jeder Kraft, und manchmal beeinflusst er auch die Bestimmung dessen, was einer tut." Dies ist in etwa alles, was wir über den Geistespunkt zu diesem Zeitpunkt sagen können.

Die anderen Planeten haben Punkte, welche meistens teilweise aus dem Glücks- und dem Geistespunkt zusammen gesetzt sind.

Im folgenden gilt: PF = Glückspunkt, PS = Geistespunkt

Merkur, Notwendigkeitspunkt
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Glückspunkt - Merkur
Nachtgeburt: Punkt = Aszendent + Merkur - Glückspunkt

"Notwendigkeit bedeutet Zwang, Unterordnung, Streit, und Krieg, und schafft Feindschaft, Hass, Verdammung sowie all die anderen restriktiven Dinge, die dem Menschen als ein Resultat seiner Geburt widerfahren."

Venus, Erospunkt
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Venus - Geistespunkt
Nachtgeburt: Punkt = Aszendent + Geistespunkt - Venus

"Eros bedeutet Appetit, willentliches Verlangen. Er trägt zu Freundschaft und gegenseitiger Gunst bei." Paulus Alexandrinus

Mars, Mutpunkt
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Glückspunkt - Mars
Nachtgeburt: Punkt = Aszendent + Mars - Glückspunkt

"Mut ist eine massgebliche Ursache für Kühnheit, Verrat, Macht und jegliche Scheusslichkeit." Paulus Alexandrinus

Jupiter, Siegespunkt
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Jupiter - Geistespunkt
Nachtgeburt: Punkt = Aszendent + Geistespunkt - Jupiter

"Sieg wird ein massgeblicher Grund für Vertrauen, gute Erwartung, Wettkampf in allen Verbindungen; aber manchmal trägt er zu Bestrafung und Belohnung bei." Paulus Alexandrinus

Saturn, Punkt der ausgleichenden Gerechtigkeit
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Glückspunkt - Saturn
Nachtgeburt: Punkt = Aszendent + Saturn - Glückspunkt

"Die ausgleichende Gerechtigkeit wird ein massgeblicher Grund für untergründiges Schicksal und für alles, was eiskalt ist, auch von Vorführung, Impotenz, Exil, Zerstörung, Kummer und Todesqualität." Paulus Alexandrinus

Diese Zitate von Paulus sind in etwa alles, was wir über diese Punkte wissen. Keiner davon scheint als Hausmarkierung gedient zu haben.

Die nächste Gruppe von Punkten bezieht sich auf Familienthemen:

Vaterpunkt
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Saturn - Sonne
Nachtgeburt: Punkt = Aszendent + Sonne - Saturn

Wenn Saturn innerhalb von 17 Grad zur Sonne steht, dann soll man gemäss den griechischen Quellen die folgende Formel gebrauchen.
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Jupiter -Mars

Wenn Saturn innerhalb 17 Grad zur Sonne steht, gebrauchen arabische Quellen eine andere Formel.
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Jupiter - Sonne
Nachtgeburt: Punkt = Aszendent + Sonne - Jupiter

Ich weiss nicht, was zu tun ist, wenn sowohl Jupiter als auch Saturn innerhalb von 17 Grad zur Sonne stehen, aber im übrigen bevorzuge ich die arabische Formel, wenn Saturn nahe bei der Sonne ist.

Mutterpunkt
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Mond - Venus
Nachtgeburt: Punkt = Aszendent + Venus - Mond

Geschwisterpunkt
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Jupiter - Saturn
Nachtgeburt: Punkt = Aszendent + Saturn - Jupiter

Nicht alle Quellen drehen die Formeln für Nachtgeburten um und ich bin von jenen Quellen angetan, die dies nicht zu tun empfehlen. Ich schlage vor, dass einer mit der Tagesformel beginnt für beides, für Tag- und für Nachtgeburten. Dies mag von mir als inkonsequent erscheinen, aber da gibt es ein Prinzip, das meiner Position unterliegt. In jedem Fall kann nur die Erfahrung urteilen.

Kinderpunkt
Taggeburt: Punkt = Aszendent + Saturn - Jupiter
Nachtgeburt: Punkt = Aszendent + Jupiter - Saturn

Beachte, dass dies der umgekehrte von dem Geschwisterpunkt ist. Auch hier drehen gewisse Quellen die Formeln für Tag und Nacht nicht um, und auch hier stimme ich zaghaft jenen, die nicht umdrehen, zu. Offensichtlich haben Personen, die bei Tag geboren wurden, hier keine Probleme, aber Personen, die bei Nacht auf die Welt kamen, müssen ausprobieren. Dieser Punkt ist für beide, männliche und weibliche Kinder.

Im nächsten Abschnitt werde ich einige weitere Punkte angeben und einige Unterweisung darüber, wie wir annehmen, dass die Punkte gebraucht wurden.

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Das Glückslos oder der Glückspunkt

Teil 5

Zusätzlich zu dem allgemeinen Kinderpunkt gibt Vettius Valens zwei andere Punkte an, die Kinder betreffen: einen Sohnespunkt - im Speziellen für männliche Kinder - und einen Töchterpunkt. Sie sind wie folgt:

Sohnespunkt:
Tag oder Nacht Punkt = Aszendent + Merkur - Jupiter

Töchterpunkt:
Tag oder Nacht Punkt = Aszendent + Venus - Jupiter

Vettius Valens macht die folgende Aussage über diese beiden Punkte wie auch über den Kinderpunkt, den wir im letzten Abschnitt erwähnt haben.

"Wenn, dann sind sie gequält durch Kronos [Saturn]
Und Ares [Mars], sie sind der Grund für
Kinderlosigkeit oder die Zerstörung von Kindern, aber
wenn ihnen durch Zeus [Jupiter] geholfen wird, sind sie
die Ursache für Fruchtbarkeit."

Jetzt kommen wir zu einer Gruppe von Punkten, die mit Hochzeit zu tun haben, oder präziser mit dem Verhältnis von Mann und Frau. Vom griechischen Material her ist es nicht klar, wie dies unterschieden werden soll, aber wir haben einige Hilfe durch die arabischen Quellen. Zuerst sind hier aber die Punkte:

Heiratspunkte: [ Tag oder Nacht Punkt ]
Heiratspunkt, Männer [hermetisch]   ==>    Aszendent + Venus - Saturn
Heiratspunkt, Frauen [hermetisch] ==> Aszendent + Saturn - Venus
Heiratspunkt, Männer [Valens] ==> Aszendent + Venus - Sonne
Heiratspunkt, Frauen [Valens] ==> Aszendent + Mars - Mond
Heiratspunkt, allgemein ==> Aszendent + Venus - Jupiter
Heiratspunkt, allgemein ==> Aszendent + Jupiter - Venus

Bei Al-Biruni, einem Astrologen aus der arabischen Zeit, sind die zwei dem Hermes zugeordneten Punkte einfach zwei Heiratspunkte. Aber die anderen zwei Punkte, derjenige für die Männer und jener für die Frauen, werden mit zusätzlichen Namen versehen. Der Heiratspunkt für Männer, der die Differenz des Kreisbogens von Venus zu Sonne gebraucht, wird "List und Enttäuschung der Männer gegenüber Frauen" und "Verkehr unter Männern" genannt. Der Punkt für Frauen, der die Differenz des Kreisbogens von Mars zum Mond verwendet, wird "Schlechtes Verhalten von Frauen" und "Überlistung und Täuschung von Männern durch Frauen" genannt, auch "Verkehr unter Frauen" und "Unkeuschheit von Frauen". Übersieht man für einen Moment den offensichtlichen Sexismus in diesen Bezeichnungen, dann ist es ziemlich klar, dass die ehelichen Punkte des Valens hier nicht so spezifisch mit Heirat verbunden sind, jedoch mehr mit sexuellen Beziehungen generell zu tun haben. Die hermetischen Punkte aber, welche beide Saturn verwenden, scheinen mehr Verbindung zur gesetzlich vereinbarten Heirat im Speziellen zu haben.

An dieser sehr frühen Stufe meiner Untersuchungen scheint es sich als stichhaltig zu erweisen, dass sich die hermetischen Punkte auf gesetzliche Heirat beziehen und dass die Punke bei Valens generell auf das sexuelle Verhältnis zwischen Mann und Frau eingehen.

Was bleibt, ist der allgemeine Heiratspunkt von Valens, der die Differenz des Kreisbogens von Jupiter zu Venus und umgekehrt benutzt. Es gibt bisher nur wenige Erfahrungen mit diesem Punkt, aber auch er scheint mehr mit generellen Verhältnissen zwischen den beiden Geschlechtern zu tun als mit dem gesetzlichen Ehestand im Speziellen zu haben. Wie auch immer, da Jupiter eine starke Verbindung mit dem Gesetz hat, können wir diesen Heiratspunkt also nicht als vollständig losgelöst von der gesetzlichen Heirat beschreiben.

Zusätzlich zu jenen Punkte gibt es andere, spezielle Zweckpunkte, die in der griechischen Literatur erwähnt werden. Wir haben keinen klaren Begriff, wozu all diese gut waren, aber interessant sind sie alle.

Der erste davon ist der Basispunkt. Wie der Name schon andeutet, scheint er etwas Grundsätzliches zu sein. Er scheint in gewisser Weise den Glücks- und den Geistespunkt zu kombinieren und etwas daraus zu machen, das die Bedeutungen der beiden Ausgangspunkte kombiniert. Die Formel ist wie folgt:

Basispunkt:
Tagpunkt = Aszendent + Glückspunkt - Geistespunkt
Nachtpunkt = Aszendent + Geistespunkt - Glückspunkt

Hier ist es jedoch Tag oder Nacht der Geburt, das die Abfolge in der Formel bestimmt. Anstelle davon gebrauchen wir jene, welche die kürzere ist. Wenn Glückspunkt - Geistespunkt weniger als 180° ist, und umgekehrt. Seine Position ist immer unterhalb des Horizontes oder genau auf dem Aszendent oder auf dem Deszendent, weil der Kreisbogen zwischen Geistespunkt und Glückspunkt niemals mehr als 180° sein kann. Dies mag etwas mit seiner Bedeutung zu tun haben, weil er wie ein Fundament immer unter der Erde ist. Wie bei Glücks- und Geistespunkt kommen auch bei diesem Punkt dem Neu- und dem Vollmond spezielle Bedeutung zu. Bei Neumond sind alle drei Punkte in Konjunktion mit dem Aszendenten, und bei Vollmond sind sie alle mit dem Deszendenten verbunden.

Schuldpunkt:
Tag- und Nachtpunkt = Aszendent + Saturn - Merkur

Dies ist ein Punkt, der nicht ausschaut, als würde er als ein Indikator für ein erstes Haus dienen. Die Kunde über diesen Punkt ist nicht überreich, aber die Logik, der die Punkte bis jetzt folgten, könnte anzeigen, dass er - in welches Haus er auch immer fällt - eine Quelle finanzieller Verluste oder Schulden ist.

Diebstahlspunkt:
Tagpunkt = Saturn - Mars - Merkur
Nachtpunkt = Saturn - Merkur - Mars

Ebenfalls ein Punkt, der nicht als ein Indikator für ein erstes Haus funktioniert. Dies ist einer der wenigen Punkte, die nicht den Aszendenten als Komponente enthalten. Auf diese Weise ähnelt er einer jener Formeln, die man in der modernen Hamburg Schule von Alfred Witte findet.

Verratspunkt:
Tagespunkt = Aszendent + Mars - Sonne
Nachtpunkt = Aszendent + Sonne - Mars

Wir haben wenige Daten über diesen Punkt. Er stammt von Vettius Valens.

Erhöhungspunkt:
Tagespunkt = Aszendent + 19° Widder - Sonne
Nachtpunkt = Aszendent + 3° Stier - Mond

Dieser Punkt wird aus Sonne und Mond und deren Erhebungsgraden berechnet. Dies ist eines der wenigen Beispiele, in welchen die Grade der Erhöhung (in Gegensatz zu ihren Zeichen) gebraucht werden. Er ist verbunden mit der Geburt von herausragenden und berühmten Menschen.

Der Exilpunkt:
Tag- oder Nachtpunkt = Aszendent + Mars - Saturn

Anklagepunkt:
Tagespunkt = Aszendent Mars - Saturn
Nachtpunkt = Aszendent + Saturn - Mars

Diese letzten beiden sind beinahe die gleichen. Der Exilpunkt wechselt nicht für die Nachtgeburten, der Anklagepunkt schon. Die Struktur des Exilpunktes erzählt uns klar, dass wir hier nicht über Ferienreisen reden. Es ist mehr wie ein Exil. Der Anklagepunkt zeigt die Häuser an, durch die der Native "wahrscheinlich Fehler, Gefahr oder Untergang erlebt." [Valens] In der späteren Astrologie wurde dieser Punkt "der Punkt der untrennbaren Krankheit", vor allem "der unheilbare Krankheit" und auch "der Polizeipunkt" genannt, was gut mit "Anklage" übereinstimmt. Ich haben wenig Erfahrung mit diesem Punkt als Indikator für Krankheit, aber er scheint Themen des Lebens anzuzeigen, wo jemand eines Vergehen angeklagt werden kann, sowohl fälschlicher- als auch gerechterweise.

Der Zerstörerpunkt:
Tagespunkt = Aszendent + Mond - Ru
Nachtpunkt = Aszendent + Ru - Mond

In der obigen Formel steht "Ru" für Herrscher des Aszendenten. Dies ist ein Punkt, der auf den Tod bezogen ist. Wir haben wenig systematische Information seines Gebrauchs, ausgenommen, dass er Bezug zur Todesart hat. Ich würde Astrologen dringend raten, nicht zu sorglos mit diesem Punkt umzugehen.

Dies ist der letzte Abschnitt in dieser Serie von Artikeln. Ich plane in näherer Zukunft weitere solche Artikel zu schreiben, aber meine Reiseagenda für diesen Frühling ist voll. Ich werde nicht in der Lage sein, vor Mai irgend eine neue Serie von Artikeln zu schaffen, ab dann werde ich aber wieder zur Feder greifen.

Robert Hand 2/16/96 - 3/20/96
Copyright 1996 © by Robert Hand.

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Einige Bemerkungen des Übersetzers:

- Der Artikel wurde auf http://astrologix.de/artikel/rhand/rpof1.htm veröffentlicht und von mir hier ins Deutsche übersetzt. Ich bin kein professioneller Textübersetzer, nahm mir aber dennoch die Mühe der möglichst genauen Übertragung, damit auch Leute, die nicht des Englischen kundig sind, diese interessanten Einblicke in die Geschichte der Astrologie lesen können. Dabei bin ich manche Kompromisse im Sinne einer besseren Lesbarkeit in der Zielsprache Deutsch eingegangen.

- "Fortune" bedeutet auf Englisch vielerlei, es kann auch mit "Glück" übersetzt werden, was ich hier getan habe. Dies geschah auf dem Hintergrung dessen, dass der korrespondierende Ausdruck auf Deutsch "Glückspunkt" heisst. Hinter engl. "fortune", das auch "Vermögen" im Speziellen oder Schicksal ganz allgemein bedeuten kann, steht das lateinische Wort "fortuna", welches über ein ähnlich reiches Bedeutungsspektrum verfügt. Dieses lateinische Wort wurde sehr oft auch in Allegorien verwendet. Bekannt ist die Darstellung des Schicksals in Form eines Rades, das so genannte "wheel of fortune".

- Bei der Bezeichnung "der Native" liess ich mich von dem englischen Originaltext leiten; selbstverständlich verweist dieser Ausdruck auf jenen Menschen, von dessen Horoskop jeweils die Rede ist, also vom Horoskopeigner. Ich kenne keine wirklich passende und kurze deutsche Bezeichnung, habe jedoch auch schon "der Natale" gelesen. Aber was ist besser an "der Natale" als an "der Native"? Das eine ist näher beim Französischen, das zweite eher beim Englischen zu finden, was in diesem Zusammenhang durchaus seine Berechtigung hat.

- Grössere Schwierigkeiten bereitete mir das Wort "lot", welches auf Englisch all den im Text beschriebenen astrologischen Punkten in Form von beispielsweise "Lot of Fortune" zugrunde liegt und als "Punkt", damit im vorhergehenden Beispiel als "Glückspunkt", übersetzt werden kann. Ich denke, dass dem engl. Wort "lot" ein vielschichtigeres Bild unterliegt, als dass es vollständig übersetzbar wäre. Das Wörterbuch sagt zu engl. "lot" verschiedenes: das Los, der Posten, der Haufen, die Menge, das Gelände, der Platz und mehr. Da Robert Hand im Text selber ausdrücklich auf die Bedeutung Platz eingeht, scheint mir die noch etwas abstraktere und auf die Horoskopzeichnung bezogene Übersetzung "Punkt" am wenigsten Schwierigkeiten zu bereiten, durch die fehlenden bildlichen und tieferen semantischen Bezüge jedoch nicht wirklich zu genügen. Nur wäre halt eine Übersetzung mit zum Beispiel "Glücksplatz" unerträglich schwerfällig geworden. Auch die Bedeutungsebene von Los (= "Schicksal" und "das jeweils eigene, persönliche Schicksal") schwingt selbstverständlich in dem engl. Wort "lot" mit, kann aber nicht wirklich in der deutschen Übersetzung wiedergegeben werden, ohne plötzlich respektlos in die Nähe des Bedeutungszusammenhangs von "Lotterie" zu geraten. Weiter möglich wäre es, anstatt "Glückspunkt" den mehr bildlichen Ausdruck "Glücksrad" zu verwenden. Damit wäre die Übersetzung weg vom Ort im Horoskop hin auf das Bild des Rades, mithin also in die Nähe der Bedeutung "Schicksal" allgemein gebracht. Die Nachteile würden dabei die Vorteile eindeutig überwiegen. Wie könnte man die restlichen Punkte noch greifbar übersetzen, wenn man z.B. an ein "Geistesrad" oder ein "Notwendigkeitsrad" denkt, wo doch schon Geistes- und Notwendigkeitspunkt gewöhnungsbedürftig sind? Sie sehen schon, die Erläuterung bringt dann doch die Sache wieder ein wenig ins Lot - diesmal aber jenes, das wir in der deutschen Sprache kennen!

- Der Begriff "GLÜCKS-SYSTEM" ist die Übersetzung von engl. "Fortuna system" und ist in keiner Weise befriedigend. Er weist darauf hin, dass R. Hand damit das Häuisersystem anspricht, das die Zeichen - ausgehend vom Glückspunkt - zählt. Man könnte also nach dem GLÜCKS-SYSTEM auch von einem ASZENDENTEN-SYSTEM sprechen, nämlich das bei uns gebräuchliche Horoskop, das den Aszendenten als Startpunkt für das Häusersystem nimmt. Im GLÜCKS-SYSTEM ist es der Glückspunkt.

- Der sogenannte Erhöhungspunkt wurde mir nicht klar in der Formel, da mir Ar und TA unklar blieben.

- Vettius Valens lebte um 260 n. Chr., Ptolemäus um 100 bis 178 n. Chr., Ptolemäus im 4. jahrhundert n. Chr.

- Die Homepage von R. Hand findet sich nicht an dem am Ende der Übersetzung angegebenen älteren Link, sondern unter der folgenden URL http://www.robhand.com/.

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